Calbe l Der Saalehof in Gottesgnaden öffnet wieder seine Türen. Das bestätigte Manuel Mayer, der in Berlin die Bettenbelegung für die kleine Pension plant. Die Corona-Pandemie hat auch in dem kleinen Betrieb ihre Spuren hinterlassen, schildert er. Vor allem Radtouristen, die gern in der Pension übernachten, haben scharenweise abgesagt. Die Lage wird zudem mit einem Andauern der Pandemie und der Verordnungen in den Bundesländern zunehmend unübersichtlicher.

Im Mai startet in der Regel der Radtourismus an den Flüssen. Längst verfügt auch die Saale über einen begleitenden Radweg, auf dem die Menschen den Fluss, die Natur und die Regionen erkunden können. In diesen Tagen verlieren die Radfahrer, die zu Beginn der Saison den Fluss abfahren wollten, die Übersicht, was wo erlaubt sein könnte.

Am Elberadweg haben die Organisatoren der dortigen Internetseite längst reagiert und die verschiedenen Regelungen, die auf dem Weg des Flusses durch die verschiedenen Bundesländer aktuell gelten, zusammengefasst. Auf einen Blick lässt sich dort erkennen, was wo erlaubt ist. Sachsen-Anhalt öffnet sich in diesen Tagen wieder zaghaft für den Tourismus. Vor allem an den großen Radwegen hat er in den zurückliegenden Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Auch wenn sich die Radfahrer aktuell noch zurückhalten, könnte die Saison noch ganz gut anlaufen. Entscheidend dafür werden die kommenden Wochen sein.

Aktuell verzeichnet Manuel Mayer mehr Absagen als neue Buchungen, sagt er. Doch das könne sich auch schnell wieder ändern, will er eine Kehrtwende nicht ausschließen. Vor allem, da die Menschen im Land Urlaub machen sollen, könnte auf den Radwegen in den kommenden Wochen wieder jede Menge Betrieb herrschen. Die Saale könnte dabei in den Fokus derjenigen geraten, die schon andere Flüsse abgeradelt sind.

Einerseits ist die Länge und damit die Radstrecke überschaubar. Außerdem führt der Saaleradweg durch eine reizvolle und abwechslungsreiche Landschaft. Das Radeln an den Flüssen ist dabei nicht nur eine Vorliebe der Deutschen. Die Auswertung der Besucher am Elberadweg zeigt, dass es auch große ausländische Gruppen gibt, die die Wege an den Flüssen abseits der Straßen lieben. Ganz vorn dabei sind die holländischen Nachbarn. Sie sind für die weit verbreitete Nutzung von Fahrrädern bekannt und genießen die zunehmend besser ausgebauten Wege an den Flüssen. Aktuell ist Calbe dabei, den Saaleradweg durch die Stadt zu verlegen. Die Radfahrer sollen in Zukunft nicht mehr an der Stadt vorbei, sondern durch die Stadt fahren. Für das Stadtbild kann dies Auswirkungen haben, wenn ein halbes Jahr lang täglich Touristen durch die Saalestadt radeln. Vor allem für das Dienstleistungs- und Gaststättengewerbe könnte sich dies belebend auswirken.

Bislang sei davon zwar noch nichts zu spüren, sagt Manuel Mayer. Dennoch zeigt er sich zuversichtlich, dass die Buchungszahlen in den kommenden Wochen wieder wachsen, wenn die Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie Stück für Stück weiter abgebaut werden. Über die großen Buchungsseiten im Internet ist die kleine Einrichtung schon erreichbar, sagt er. Das habe sich schon bemerkbar gemacht und soll sich auch in der Zukunft noch weiter auszahlen.