Schönebeck l Die Gaststätte „Alt-Salzer Stube“ in Schönebeck hat seit Sonntag geschlossen. Mit stoischer Ruhe erklärt der Geschäftsführer Detlef Sonnenschein: „Es reserviert niemand mehr. Die Leute verabreden sich nicht mehr zum Essen. Also haben wir den Entschluss gefasst bis zum 30. März zu schließen“. Zumindest vorerst. Je nachdem, wie sich die Situation rund um das Coronavirus entwickelt.

„Wir können nur abwarten und versuchen, die Sache auszusitzen“, so Sonnenschein. Das bedeutet aber auch, dass er und seine Frau erstmal von dem Ersparten leben müssen, auf ihre Reserven zurückgreifen.

Kein Hamsterkauf nötig

Lebensmittel würden in der „Alt-Salzer Stube“ dennoch kaum verderben. Pommes, Kartoffelspalten und Fleisch werden eingefroren. Frischware wie Salat kauft Sonnenschein ohnehin nur in kleinen Mengen. „Und man selbst isst ja auch noch etwas“, sagt Detlef Sonnenschein. Einen Hamsterkauf habe er demzufolge jedenfalls nicht nötig.

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Seit Mittwoch hat auch das Geschäft „Kilz - Haus der Geschenke“ am Marktplatz geschlossen. „Erst die Marktsanierung und jetzt das Coronavirus. Wir sind schon ganz schön gebeutelt“, sagt Betreiberin Elke Kromnik.

Eingriff in gesellschaftliches Leben

Hintergrund für die Schließung ist, dass die Landesregierung der Empfehlung der Bundesregierung gefolgt ist, wonach das öffentliche Leben deutlich eingeschränkt werden soll, um der Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken. „Es ist ein gravierender Eingriff in das gesellschaftliche Leben, wir hatten das noch nie“, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) dazu am Dienstag.

„Das werden wir wohl aushalten müssen“, sagt Elke Kromnik und spricht damit wohl zahlreichen Einzelhändlern aus der Seele.

Solidarität erbeten

Die Einschränkungen betreffen aber nicht nur den Handel. Auch die Nutzer von Fitness-Studios, so wie dem „Lucky Fitness“ in der Stadionstraße, müssen bis auf Weiteres auf das Training in den Einrichtungen verzichten. Auf einem Zettel an der Tür des Schönebecker Studios bittet Inhaber Henning Schneider um Verständnis – und um Solidarität. „Wir bitten in dieser Sache ganz offen um Ihre Solidarität bezüglich der Fitnessbeiträge. Wir werden alles dafür tun, diesen Zustand so schnell es geht hinter uns zu lassen, müssen jedoch zunächst alle Kosten in voller Höhe tragen – damit Sie nach der Krise weiterhin ein Studio haben“, heißt es auf dem Zettel an der Tür.

Und die Gäste zeigen sich solidarisch, berichtet Schneider. „Die Leute wünschen uns Glück und viele versichern, dass sie die Beiträge weiter zahlen. Dafür sind wir natürlich wahnsinnig dankbar.“

Kleine Arbeiten durchführen

Aktuell nutzen Schneider und seine Mitarbeit die Schließung für kleine Schönheitsreparaturen und Malerarbeiten. „Aber damit sind wir maximal noch diese Woche beschäftigt. Danach heißt es für meine 15 Mitarbeiter: Kurzarbeit – auf Null-Stunden-Basis“, sagt der Studiobesitzer.

Das Juweliergeschäft „Schwartzer Uhren und Schmuck“ von Heike Schwartzer hat hingegen geöffnet. „Das liegt daran, dass wir uns als Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen verstehen“, erklärt sie. Vor Ort werden beispielsweise im Kundenauftrag Uhren repariert.

Darüber hinaus würden sie und ihre Mitarbeiter natürlich auch angemessen auf die aktuelle Corona-Situation reagieren. „Da wird dann halt mal auf den Handschlag verzichtet, und die Hände werden häufiger gewaschen “, so Schwartz.