Schönebeck l Am Donnerstag ist sie in Sachsen-Anhalt in Kraft getreten: die Mundschutzpflicht. Auch in Schönebeck bedeutet das, dass in öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Einkaufen eine Maske getragen werden muss. Dabei muss es aber nicht zwingend ein gekaufter Mund- und Nasenschutz sein. Eine textile Barriere, die Mund und Nase bedeckt, reicht aus.

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne erklärt, welche Masken geeignet sind: „Das ist jeder Schutz, der aufgrund seiner Beschaffenheit geeignet ist, eine Ausbreitung von übertragungsfähigen Tröpfchenpartikeln durch Husten, Niesen, Aussprache zu verringern, unabhängig von einer Kennzeichnung oder zertifizierten Schutzkategorie.“ Ausreichend sind demnach auch selbstgeschneiderte Masken, Schals, Halstücher und Ähnliches.

Masken selbstgenäht

So hat beispielsweise die Schönebeckerin Beate Gohlmann für sich und ihren Mann die Masken kurzerhand selbstgenäht. „Anhand einer Videoanleitung“, gibt sie zu. Beate und Marko Gohlmann haben kein Problem damit, die Masken zu tragen. „Ich finde das in Anbetracht der Situation in Ordnung“, sagt die Schönebeckerin.

Und auch Dieter Wachtel hat kein Problem damit, beim Einkauf den Mundschutz zu tragen. „Ich muss ihn ja nur im Supermarkt tragen. Die Maßnahme ist sicher richtig“, sagt er.

Kein Fan der Masken

Doch nicht jeder ist Fan der Maskierung. Melanie Telle aus Schönebeck ist gegen die Maskenpflicht. Sie sagt: „Wenn überhaupt, dann hätte das viel früher, also gleich zum Anfang, eingeführt werden sollen. Ich glaube nicht, dass das viel nützt. Es ist einfach nur nervig – vor allem als Brillenträgerin stört es.“

Am Schönebecker E-Center überprüfen Sicherheitsmitarbeiter, ob die Kunden sich auch an die neue Regelung halten. Das Fazit: „Der Großteil, etwa 95 Prozent der Kunden, hat schon eine Maske auf, wenn sie zum Eingang kommen.“ Die meisten würden sich verständnisvoll zeigen, so einer der Mitarbeiter.

Mundschutz im Bus

Darüber hinaus sind auch die Fahrgäste in Bus und Bahn dazu aufgefordert, einen Mund- und Nasenschutz zu tragen. „Bei mir haben sich alle Fahrgäste daran gehalten – lief problemlos“, sagt ein Busfahrer der Kreisverkehrsgesellschaft (KVG), der namentlich nicht genannt werden möchte. Negative Reaktionen habe er keine erlebt, dafür aber des Öfteren in verdutzte Gesichter gesehen. „Einige waren offenbar ganz überrascht, dass wieder vorne eingestiegen und Fahrscheine gekauft werden müssen, dabei wurde es ja vorab mitgeteilt“, so der Fahrer.

Doch was ist eigentlich, wenn jemand ohne Mundschutz in den Bus steigt? Bill Bank, Leiter Verkehrsplanung, Marketing und Tarif bei der KVG, teilt dazu mit: „Hauptaufgabe unseres Fahrpersonals ist die sichere und pünktliche Beförderung unserer Fahrgäste. Wir sehen es, analog unserer Partnerunternehmen im Verkehrsverbund Marego, nicht als originäre Aufgabe unseres Fahrpersonals an, die Maskenpflicht durchzusetzen. Natürlich wird unser Fahrpersonal hier Hinweise geben. Auch hier sind unsere Mitarbeiter gehalten, gerade in den ersten Tagen dieser neuen Bedingungen und gegenüber Schülern, mit Augenmaß zu handeln.“

Anfangs keine Strafe

Übrigens: Die ersten beiden Tage der Maskenpflicht, also Donnerstag und Freitag, sind laut Grimm-Benne zum „Üben“. Ein fehlender Schutz würde von der Landesregierung nicht bestraft werden.