Schönebeck l Ein paar Handgriffe und das Kennzeichen am Auto ist ab. Ob mit roher Gewalt oder feinsäuberlich - für Diebe so oder so ein schnelles Geschäft. Denn aus kriminalpolizeilicher Sicht werden die Kennzeichen oft zur Begehung von anderen Straftaten genutzt, wie Marco Kopitz vom Polizeirevier im Salzlandkreis erklärt. Darunter fallen Tankbetrüge oder andere Straftaten, bei denen das Kennzeichen erkannt werden könnte.

Oft haben es die Diebe auch nur auf das hintere Kennzeichen abgesehen, weiß Kopitz. Der Grund ist eigentlich logisch: die TÜV-Plakette. Auch wenn die sich eigentlich nicht so leicht lösen lassen sollte, ist sie ein beliebtes Ziel. Zum Teil werden aber auch die Landkreisplaketten abgelöst und auf anderen Kennzeichen verwendet. Damit es quasi so aussieht, als sei das Auto ordentlich im Straßenverkehr zugelassen. Wer erwischt wird, muss mit Ermittlungen wegen eines Fälschungsdelikts rechnen.

Mehr Diebstähle im Salzlandkreis?

Auch im Salzlandkreis werden immer wieder Autokennzeichen gestohlen. Gefühlt ist von solchen Fällen wöchentlich in den Polizeimeldungen zu lesen. Wie oft die Kennzeichen-Diebe in diesem Jahr in der Region tatsächlich schon zugeschlagen haben, lässt sich nicht ohne weiteres herausfinden. Die Tat wird unter Diebstähle an Kraftfahrzeugen geführt - das betrifft allerdings alle Fahrzeugteile, also beispielsweise auch Lenkräder und Airbags. Aber dieses Gefühl, dass in diesem Jahr besonders viele Kennzeichen gestohlen werden, kann Polizeisprecher Kopitz nicht bestätigen. "Aus der dienstlichen Wahrnehmung heraus werden zwar immer noch zu viele Kennzeichen entwendet, im Gegensatz zu den Vorjahren sind die Zahlen aber rückläufig", erklärt er. Einen örtlichen Schwerpunkt im Salzlandkreis gebe es zudem auch nicht.

Wem das Kennzeichen geklaut wird, der muss mitunter viel Geduld haben, bis er seine Kennung wieder nutzen kann. Einfach das gleiche nochmal anfertigen lassen, funktioniert nicht. Wie der Salzlandkreis auf Nachfrage mitteilt, muss die Kennung laut Gesetz zehn Jahre lang gesperrt bleiben. Das gilt sowohl für Wunschkennzeichen wie auch für Autokennzeichen mit zufälliger Kennung. "Die Sperrung kann vorzeitig aufgehoben werden, wenn das Kennzeichen aufgefunden und die Fahndung gelöscht wurde", so die Sprecherin. Darüber entscheidet aber die Ermittlungsbehörde. Sollten die Kennzeichen nicht mehr brauchbar sein, müssen neue ran. Und die sind natürlich auch wieder gebührenpflichtig.

Aber dazu muss es ja eigentlich gar nicht erst kommen. Vielleicht lässt sich ein solches Kennzeichen ja sichern? Spezielle Vorrichtungen gibt es offenbar nicht. Aber eine einfache, zusätzliche Sicherung kann ja nicht schaden. Gerhard Wolter, Kreisvorsitzender des Auto-Clubs-Europa (ACE) im Salzlandkreis, empfiehlt das Kennzeichen mit zwei zusätzlichen Schlossschrauben zu sichern. "Durch den halbrunden Kopf kann zumindest erstmal niemand mit dem Schraubenzieher herangehen", erklärt Gerhard Wolter. Die Schraube ist zusätzlich auf der anderen Seite des Schildes gesichert.

Nieten nutzen oder festschrauben

Möglich wäre auch, Nieten zu nutzen. "Diese Vernietung lässt sich zwar auch bei eigenem Gebrauch schwer lösen aber das wäre wohl die beste Schutzmaßnahme", schätzt Wolter ein. Das müsse in dem Fall nicht mal zwangsläufig der eigentlichen Sicherung dienen, sondern vielleicht sogar einfach nur der Abschreckung.

Aber ist es legal, zusätzlich Löcher in das Kennzeichen zu bohren? Solange man nicht die Lesbarkeit der Kennung zerstört, also zum Beispiel die schwarzen Ziffern anbohrt, sollte das kein Problem sein.