Schönebeck l Alles fing damit an, dass Heiko Harms von den Helfern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bei einem Unfall gerettet wurde. Zum Glück war es nur eine Übung, bei der der Schönebecker einer Bekannten zuliebe ein Unfallopfer spielte. „In der Übung sollte ich alle mögliche Verletzungen haben“, erzählt der 49-Jährige. Es sollte schließlich möglichst realistisch wirken. Die Übung hat Heiko Harms damals tief beeindruckt. „Der Zusammenhalt beim DRK ist einfach stark“, hat Heiko Harms festgestellt. Und so meldete er sich wieder bei den Helfern. Nicht mehr als Statist für Übungen, sondern als ehrenamtlicher Katastrophenschützer.

Das ist nun mehr 20 Jahre her, und seitdem ist Heiko Harms beim DRK dabei. Für sein Engagement wurde er jüngst vom Salzlandkreis bei der Jahresdienstberatung der Helfer im Kreis ausgezeichnet. Das ist insofern etwas Besonderes, als es bisher vom Kreis noch gar keine Ehrungen für Katastrophenhelfer gab. Bisher wurden ausschließlich Feuerwehrleute ausgezeichnet „Wir möchten daher in diesem Jahr eine neue Tradition ins Leben rufen und auch das ehrenamtliche Engagement beim Katas-trophenschutz würdigen“, sagte Landrat Markus Bauer (SPD). Neben Heiko Harms wurden noch zwei weitere Helfer aus Bernburg und Aschersleben ausgezeichnet.

Versorgung der Einsatzkräfte

Beim Deutschen Roten Kreuz in Schönebeck engagiert sich Heiko Harms vor allem beim Fachdienst Betreuung, der im Katastrophenfall für die Versorgung der Bevölkerung und der Einsatzkräfte verantwortlich ist. „Bei den großen Hochwassern haben wir große Mengen an Lebensmittel eingekauft und herangeschafft“, erzählt der Schönebecker. Mit ihrer Gulaschkanone können die Helfer mehr als 100 Personen verpflegen. Auch große Mengen an Trinkwasser oder Brötchen müssen im Einsatz in kürzester Zeit bei Großhändlern organisiert werden.

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Als gelernter Handwerker arbeitet Heiko Harms in einer Tischlerei und kümmert sich daher beim Roten Kreuz auch um die Instandhaltung der Einsatzfahrzeuge der Helfer. „Ich kann zwar keinen Motor zerlegen, aber einfache Reparaturen kriege ich schon hin“, sagt er. Mit seinem alten Pkw-Führerschein kann Heiko Harms auch die Fahrzeuge des Fachdienstes Betreuung, zwei Transporter und einen Mannschaftstransportwagen, bis 7,5 Tonnen fahren.

Lkw-Führerschein erwerben

Sein Ziel es, irgendwann auch den Lkw-Führerschein zu machen, wenn der Fachdienst Betreuung noch einen größeren Lastwagen bekommen sollte. Danach sieht es zwar derzeit noch nicht aus. Auf lange Sicht wäre das aber durchaus denkbar. Insgesamt sei der Fuhrpark des DRK-Ortsvereins Schönebeck in der Geschwister-Scholl- Straße in recht ordentlichem Zustand. „Nur einige ältere Fahrzeuge werden mit der Zeit nach und nach ausgetauscht“, sagt er.

Seine Leidenschaft für das DRK hat Heiko Harms auch schon in der Familie weitergegeben. So ist sein 15-järhiger Sohn bereits bei der DRK-Jugend in Schönebeck aktiv. „Die Kinder werden immer schon bei der Geburt DRK-Ehrenmitglied“, sagt er. Seine Frau arbeitet hingegen in einer DRK-Pflegeeinrichtung in Staßfurt als Ergotherapeutin. Das ist allerdings Zufall.

Ausbildung zum Sanitäter

Vorgeschlagen für die Auszeichnung des Salzlandkreises wurde Heiko Harms von der Führung des DRK Schönebeck. „Heiko ist schon seit 21 Jahren bei uns aktiv und ist über die Fachgruppen hinweg sehr wichtig für unsere Arbeit. Er steht uns sogar mit Rat und Tat zur Seite, wenn er zur Montage im Ausland ist“, sagt Martina Ede, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Schönebeck. Zudem hat er sich zuletzt zum Gruppenführer und zum Sanitäter weiterbilden lassen. Somit kann er nun auch die medizinische Absicherung von Großveranstaltung übernehmen.

Heiko Harms hatte vor der Jahresdienstberatung im Gerätehaus der Feuerwehr Bernburg übrigens keine Ahnung von der Auszeichnung. Er war unter einem Vorwand von der Schönebecker DRK-Vorsitzenden zu der Veranstaltung gelockt worden. „Ich war völlig überrascht. Ich finde es aber schön, wenn das Ehrenamt eine zusätzliche Wertschätzung erfährt“, sagt er.