Felgeleben l Sprichwörtlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickt Daniel Schürmann in die Zukunft. Denn sobald der Stadtrat der Entscheidung der Schönebecker Kameraden zur Wahl von Daniel Schürmann zum „neuen“ Stadtwehrleiter zugestimmt hat, bekleidet der 40-jährige Felgeleber dieses Amt nicht mehr „nur“ kommissarisch, wie es in den vergangenen eineinhalb Jahren der Fall war.

Das Amt als Stadtwehrleiter anzutreten, bedeutet für ihn aber auch, das des Wehrleiters der Stadtteilfeuerwehr in Felgeleben abzugeben – und das hatte Daniel Schürmann immerhin 15 Jahre inne. „Irgendwann bist du an dem Punkt, dass du nach so vielen Jahren den nächsten Schritt gehen willst. Schließlich macht man ja die ganzen Ausbildungen nicht einfach so“, sagt Daniel Schürmann.

Voraussetzungen erfüllt

Denn nicht jeder Kamerad kann Stadtwehrleiter werden. Voraussetzung dafür sind diverse Lehrgänge, darunter der Lehrgang „Leiter einer Feuerwehr“ und ein Jahr Dienst als Verbandsführer, dem ebenfalls ein Lehrgang zugrunde liegt.

Motiviert unter anderem durch Chris Schwabe als damaligen Wehrleiter der Felgeleber Wehr, legte Daniel Schürmann die Prüfung zum Gruppenführer – ein erster Lehrgang Richtung Feuerwehrleitung – bereits im September 1999 mit gerade mal 20 Jahren ab.

Zufall bringt Schürmann zur Feuerwehr

Zu diesem Zeitpunkt war der Felgeleber knapp fünf Jahre Mitglied der Wehr in seinem Heimatortsteil. Dass er als Jugendlicher 1994 überhaupt zur Feuerwehr gekommen ist, war eher Zufall. Einige Klassenkameraden der August-Bebel-Schule hatten den damals 15-Jährigen überredet, für einen verletzten Kameraden bei einem Kreisausscheid der Jugendfeuerwehr auszuhelfen. Aus der Mitgliedschaft, die nur für den Wettkampf angedacht war, sind mittlerweile 25 Jahre geworden.

Von diesen 25 Jahren leitet er die Felgeleber Wehr seit immerhin 17 Jahren. Zunächst als stellvertretender Wehrleiter, zu dem er am 9. September 2002 gewählt wurde – mit gerade mal 22 Jahren. Nur zwei Jahre später folgte er dann seinem Vorgänger Chris Schwabe, der wenige Jahre zuvor das Führungspotenzial in dem jungen Daniel Schürmann gesehen hatte, auf den Posten des Wehrleiters in Felgeleben.

Keine Chance ohne Rückendeckung

„Auch wenn wir manchmal Meinungsverschiedenheiten hatten, hat mich Chris Schwabe sehr geprägt“, sagt Daniel Schürmann über den Kameraden, der aktuell sein Stellvertreter bei der Stadtteilwehr in Felgeleben ist. Denn genau wie Daniel Schürmann jetzt, trat Chris Schwabe 2004 das Amt des Stadtwehrleiters an und musste seinen damaligen Posten als Wehrleiter aufgeben.

Das fällt dem 40-Jährigen aktuell zwar nicht leicht, aber er sagt: „Die Entscheidung zu kandidieren, war schon nicht einfach. Doch in den eineinhalb Jahren, in denen ich als kommissarischer Stadtwehrleiter eingesetzt war, habe ich das große Ganze gesehen, mich in die Funktion eingearbeitet und dann bekommt man auch Laune drauf.“

Fest steht für Daniel Schürmann allerdings auch: „Ohne die Rückendeckung meiner Felgeleber Kameraden – ganz gleich ob Führungskraft oder nicht – hätte ich nicht gleichzeitig als Wehrleiter in Felgeleben und kommissarischer Stadtwehrleiter arbeiten können.“

Hauptberuflich in der Rettungsleitstelle

Wenn Daniel Schürmann nicht gerade mit seinen Schönebecker Kameraden im Einsatz ist, beschäftigt er sich auch in seinem Vollzeitjob mit Notsituationen, die die Rettungsleitstelle des Salzlandkreises in Staßfurt erreichen.

Vor rund zwei Jahren wechselte er von der Leitstelle Harz in Halberstadt in die seines Heimatkreises. Seine erste Ausbildung absolvierte Daniel Schürmann allerdings in einem ganz anderen Bereich. „Mit Abschluss meiner Lehre von 1996 bis 1999 erhielt ich den Gesellenbrief als Dachdecker – und habe nie wieder in diesem Beruf gearbeitet“, erzählt Daniel Schürmann grinsend.

Vorfreude auf anstehende Herausforderungen

An die Ausbildung schloss sich nämlich umgehend sein Zivildienst an. Den verrichtete der Dachdeckergeselle beim Rettungsdienst des Arbeiter-Samariter-Bundes in Magdeburg – und blieb dem dortigen Rettungsdienst bis zu einer schweren Handgelenksverletzung beim Fußball im Jahr 2008 treu.

Bedingt durch die Verletzung konnte Daniel Schürmann zunächst nicht mehr im Rettungsdienst fahren, weshalb er zur Rettungsleitstelle nach Halberstadt wechselte und dort später auch wieder im Rettungsdienst im Einsatz war.

Auch wenn nicht alle Entscheidungen, die Daniel Schürmann als künftiger Stadtwehrleiter in seiner Funktion als Bindeglied zwischen den Wehren in Schönebeck und der Stadt als Träger der Feuerwehr auf Gegenliebe stoßen werden, freut sich Daniel Schürmann auf die Herausforderungen der nächsten sechs Jahre in dem Amt, das für ihn doch gar nicht mehr so neu ist.