Schönebeck/Grünewalde l An einem Sonntagabend vor anderthalb Wochen ist Manfred Wittnebel, zweiter Vorsitzender der Kleingartenanlage „Waldesruh“ in Grünewalde, noch mal in der Anlage und versorgt seine Hühner. Plötzlich klingelt sein Handy. Eine Kleingärtnerin berichtet ihm am Telefon, dass sie den Verdacht hat, dass sich gerade Einbrecher auf dem Gelände zu schaffen machen. Als Wittnebel aus dem Hühnerstall herauskommt, sieht er im Schein der Stirnlampe, dass sein Zaun zerschnitten wurde. „Die haben sich so einen Weg ins Innere der Anlage verschafft“, sagt Wittnebel. Er ruft die Polizei, die kurz darauf eintrifft.

Drei der mutmaßlichen Einbrecher werden von den Beamten noch vor Ort gestellt und befragt. Geäußert haben sich diese in der Befragung aber nicht, wie Polizeisprecher Marco Kopitz mitteilt. In ihrem Fahrzeug lagen laut Polizeiangaben jedoch mehrere Gegenstände, die einem der Einbrüche zugeordnet werden konnten.

Weitere Täter

Neben den drei Personen im Alter zwischen 16 und 22 Jahren waren aber offenbar noch Weitere beteiligt. Allem Anschein nach waren es insgesamt etwa sechs Personen, die sich Zugang zur Gartenanlage verschafften, Lauben und Schuppen aufgebrochen und Werkzeuge entwendet haben. Mindestens drei Personen gelang jedoch die Flucht. Sie flüchteten in einem weißen Auto (Golf-Klasse), als die Polizisten eintrafen.

Bilder

Die Spuren der Einbruchsaktion sind derzeit noch gut sichtbar. Der Drahtzaun des Landesbetriebs für Hochwasserschutz (LHW), der die „Waldesruh“-Gärten umgibt, ist an zwei Stellen durchschnitten. „Die sind also in zwei Gruppen vorgegangen“, meint Wittnebel. Weitere Einbruchsspuren sind beispielsweise der zerschnittene Zaun von Wittnebels Garten sowie aufgebrochene Schuppentüren. Mindestens zehn Grundstücke wurden Ziel der Täter.

Mehr Sicherheit

Beim Kleingartenverein hat man seine Lehren daraus gezogen. Man wolle die Sicherheitsmaßnahmen verschärfen, sagt Wittnebel. „Wir sind ja vorher auch schon ab und zu ‚Streife gegangen‘ – das werden wir jetzt intensivieren“, so Wittnebel. Zudem hat er zumindest für seinen Garten noch weitere Vorsichtsmaßnahmen geplant. „Ich werde mit jetzt mal ein paar schöne Rosensträucher besorgen und diese hinter dem Zaun anpflanzen. Bei den Dornen werden die das nächste mal sehen, was sie davon haben“, sagt Manfred Wittnebel. Das ist dann wohl ein Einbruchschutz, wie es sich für einen Gärtner gehört. Darüber hinaus spielt der pensionierte Polizist mit dem Gedanken, Kameras in seinem Garten zu installieren.

Was die Ermittlungen angeht, so werden aktuell die Beweise zusammengetragen. Außerdem haben die drei gefassten Tatverdächtigen nochmal die Gelegenheit, sich zu äußern, erklärt Marco Kopitz. Hinsichtlich der in dem weißen Pkw Geflüchteten, habe die Polizei bislang aber keine nennenswerten Tipps aus der Bevölkerung erhalten, so der Polizeisprecher.

Hinweise an Polizei

Nach wie vor können Hinweise zu möglichen Tätern oder dem Fluchtfahrzeug an das Polizeirevier Salzlandkreis unter 03471-3790 übermittelt werden.