Bördeland l Im Bördeland ist der Altenquotient deutlich niedriger als in anderen Städten und Gemeinden im Salzlandkreis. Das ergibt sich aus der Sozialdatensammlung vom Salzlandkreis. Die Berechnungen beziehen sich auf die Bevölkerung des Salzlandkreises nach Kommunen und Altersgruppen für das Jahr 2018. Die Sozialdatensammlung wurde Rückblickend für das Jahr 2018 erstellt und ist vom März diesen Jahres.

Berechnung des Altenquotienten

Laut Statistischem Bundesamt berechnet sich der Altenquotient wie folgt: „Der Altenquotient wird als Verhältnis der 65-Jährigen und älteren zu den Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 bis unter 65-Jährigen gebildet.“ Weiter heißt es: „Dieser sogenannte Altenquotient zeigt, für wie viele potentielle Rentenbezieher Menschen im Erwerbsalter im weitesten Sinne sorgen müssen: finanziell durch Beiträge in den Renten- und Krankenversicherungen, aber auch durch medizinische Versorgung, Pflegeleistungen oder unterstützende Dienstleistungen im Haushalt. Wenn die Zahl der Senioren zunimmt und die Zahl der Erwerbsfähigen sinkt, nimmt der Altenquotient zu“, so das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt. Insgesamt lebten zum Zeitpunkt der Datenerhebung 7 523 Menschen im Bördeland.

Etwa 60 Prozent im Erwerbsalter

Davon waren 1271 zwischen 0 und 20 Jahre alt, 4 502 zwischen 20 und 65 und 1 750 über 65. Das heißt, dass etwa 60 Prozent der Bevölkerung im Bördeland im erwerbsfähigen Alter sind. Dazu kommen die 17 Prozent, die jünger als 20 Jahre alt sind, womit knapp 25 Prozent der Bevölkerung älter als 65 Jahre sind. Diese knappen 25 Prozent sind, im Vergleich zu den anderen Städten und Gemeinden im Salzlandkreis, nicht auffällig wenig. In Schönebeck sind etwa knapp 30 Prozent der Bevölkerung älter als 65 Jahre. Das Besondere im Bördeland ist aber, dass es in Relation dazu vergleichsweise viele Menschen zwischen 20 und 65 gibt.

Das Statistische Landesamt kommt im Bördeland auf einen Altenquotienten von 38,87 Prozent, was auffällig niedrig ist. Im Salzlandkreis beläuft sich der Quotient durchschnittlich auf 49,33 Prozent. In der nahegelegenen Elbestadt Schönebeck sogar auf 54,51 Prozent. Abgesehen vom Bördeland kommt keine andere Stadt oder Gemeinde im Kreis auf einen Quotienten unter 40 Prozent.

Natürlich lässt sich darüber streiten, ob die Altersgrenzen, die für die Berechnung genutzt wurden, die Realität abbilden. Es wurde jedoch versucht, die Altersgruppen bei den Berechnungen so zu setzen, dass sie sich an die aktuellen gesellschaftlichen Strukturen anpassen. „Diese Altersgrenze ist natürlich keine tatsächliche Abgrenzung von Nichterwerbsbevölkerung und Erwerbsbevökerung, da gerade bei historischen und internationalen Vergleichen das Ausscheiden aus dem Erwerbsleben in sehr unterschiedlichem Alter erfolgen kann beziehungsweise die tatsächliche Erwerbstätigkeit auch von anderen Faktoren als dem erwerbsfähigen Alter abhängt. Insofern ist der Altenquotient eine Rechengröße zur Abschätzung potenzieller Abhängigkeit der älteren – im Wesentlichen nicht mehr erwerbstätigen – Bevölkerungsgruppe von der Bevölkerung im potenziell erwerbsfähigen Alter“, hebt das Bundesministerium für Bevölkerungsforschung in diesem Jahr hervor.

Werte steigen laut Prognose in Zukunft stark

Die Sozialdatensammlung hat auch Prognosen für die Entwicklung des Altenquotienten erstellt. Dieser wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Für den Salzlandkreis steigt die Prognose im Jahr 2025 auf 62,82 Prozent, im Jahr 2030 sogar auf 76,21 Prozent.

Damit würden sich verhältnismäßig wenig erwerbsfähige Menschen um verhältnismäßig viele potentielle Rentenbezieher kümmern – finanziell und durch medizinische Versorgung. Dies hat Auswirkungen auf verschiedenste Bereiche – etwa Krankenkassenbeiträge.