Schönebeck l „Das Lesegerät ist wohl noch etwas eingestaubt“, sagt Elke Kromnik, Geschäftsführerin von „Kilz – Haus der Geschenke“ am Schönebecker Marktplatz, als die EC-Karte des Kunden nicht auf Anhieb erkannt wird. Beim zweiten Anlauf klappt es dann aber doch. Der Betrag wird von der EC-Karte abgebucht und der Kunde verlässt mit seinem Einkauf das Geschäft. Ja, die Normalität im Einzelhandel kehrt langsam zurück.

Der Tatendrang und die Erleichterung ist Elke Kromnik und anderen Einzelhändlern in Schönebeck anzumerken. Und das ist auch nachvollziehbar, schließlich konnten sie nach rund einem Monat „Corona-Zwangspause“ am Montag endlich wieder ihre Geschäfte öffnen, Kunden empfangen und einfach ihrer Arbeit nachgehen. Die mittlerweile vierte Eindämmungsverordnung, die das Land am Donnerstag beschlossen hatte, lockert nämlich nun wieder die Beschränkungen für Gewerbetreibende (siehe Infokasten).

Onlineshop genutzt

„Ich bin wirklich froh, dass wir wieder öffnen dürfen“, sagt Elke Kromnik. Das Geschäft für einen Monat nicht regulär betreiben zu können, hat sie und zahlreiche andere Händler natürlich belastet. Um den damit einhergehenden Umsatzeinbußen entgegenzuwirken, hat sie das Geschäft in einen kurzerhand angelegten Onlineshop verlagert. Diesen wolle sie nun aber wieder abschalten. „Die Kunden wollen die Sachen anfassen“, sagt sie.

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Wieder den Laden öffnen – darüber ist auch Jenny Himmelreich, Betreiberin der Modeboutique Himmelreich, glücklich. Und die Schönebecker sind es auch, meint sie. „Man merkt richtig, dass die Leute raus gehen wollen. Dass sie Lust haben, in Geschäften zu stöbern“, sagt die Ladeninhaberin. Wie Elke Kromnik hat auch sie während der Corona-bedingten Schließung auf das Internet gesetzt und Kleidungsstücke online verkauft. „Ohne die Internetverkäufe hätten wir das nicht überstanden“, zieht sie Bilanz. Im Gegensatz zu Elke Kromnik will sie das Onlinegeschäft aber nebenher weiter betreiben, auch wenn sie ihre zwei Läden wieder geöffnet hat.

Keine Langeweile

Dass allmählich wieder Normalität einkehrt, freut auch Bettina Neubauer, die mit ihrem Mann Ulrich das „Elekrohaus Neubauer“ betreibt. Langeweile sei aber während der Zwangspause nicht aufgekommen, versichert sie. „Wir haben die Zeit genutzt, um das Lager aufzuräumen, Büroarbeiten zu erledigen und im Laden ein bisschen umzuräumen“, sagt sie. Auch die Neubauers haben bereits am Vormittag schon Kunden in ihrem Geschäft empfangen können, berichtet sie.

Dass die Händler ihre Läden öffnen dürfen, ist aber auch an Bedingungen geknüpft. Grundsätzlich dürfen beispielweise nur Läden öffnen, deren Verkaufsfläche kleiner als 800 Quadratmeter ist. Zudem müssen die Einzelhändler darauf achten, dass in ihren Läden die Abstandsregeln eingehalten werden. Sie müssen sicherstellen, dass sich nie mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter Ladenfläche im Geschäft aufhält. Diese Bedingungen einzuhalten ist nicht allzu schwer, sind sich Kromnik und Neubauer einig. Gleichzeitig sind ohnehin nie so viele Kunden auf einmal in ihren Läden. Jenny Himmelreich hängt als Absperrung eine Stoffkordel vor die Ladentür, wenn sich die maximal zulässige Kundenmenge in ihrer Modeboutique aufhält. Darüber hinaus haben sich Kromnik und Himmelreich vorsichtshalber auch schon Mund- und Nasenabdeckungen besorgt. Denn wenn die Maskenpflicht kommen sollte, wollen sie vorbereitet sein – und geöffnet haben.