Barby l Als das Brückenfest vor drei Jahren aus der Taufe gehoben wurde, sollten die Barbyer wegen des drohenden Abrisses des Denkmals sensibilisiert werden. Doch jetzt scheint die Kuh erstmal von den Schienen zu sein. „Zu keinem Zeitpunkt habe die Absicht bestanden, die Elbbrücke abzureißen“, zitierte Barbys Bürgermeister Jens Strube den Sire-Geschäftsführer Stefan Lorenz nach einem Gespräch in Leipzig. Der neue Besitzer habe „die Aufregung nicht verstanden, die in Barby in den vergangenen Jahren nach Bekanntwerden des Eigentümerwechsels herrschte“, hieß es im April in der Volksstimme. Damals bat Stefan Lorenz sogar um eine Einladung zum nächsten Brückenfest. Sie ist mittlerweile durch die Stadtverwaltung erfolgt. Wie Bürgermeister Jens Strube gestern mitteilte, habe Michael Mochner, Generalbevollmächtigter des Sächsischen Institutes für Regionalökonomie und Energiewirtschaft (Sire), seine Teilnahme angekündigt. In einer Diskussionsrunde wollen Mochner sowie Kreis-, Landes-, und Bundespolitiker über die Themen Brücke und touristische Entwicklung diskutieren.

Warum ein Brückenfest?

Warum dann vom Grundsatz her also noch ein Brückenfest? Hat denn die Arbeitsgruppe überhaupt noch eine Daseinsberechtigung, wenn alles im grünen Bereich ist?

„Wir freuen uns über die Sire-Aussage, bleiben aber skeptisch. Außerdem ist das Brückenfest quasi das Barbyer Stadtfest. Wenn wir es nicht machen würden, wer dann?“, sagt Klaus Bittrich, Kopf „Arbeitsgruppe Elbbrücke“.

Es ist, wie in den Vorjahren, ein umfangreiches Bühnenprogramm geplant. Bürgermeister Strube wird auch wieder zu einer Stadtwette herausgefordert.

Fotowettbewerb geht weiter

Eine Fortsetzung wird es mit dem Fotowettbewerb geben, bei dem im vergangenen Jahr zahlreiche „Daumen hoch“-Bilder gepostet und danach ausgestellt wurden. Ab sofort können Nutzer des Sozialen Netzwerks „Facebook“ unter der Adresse „Elbbrücke Barby“ ihre Fotos posten. (Bitte Autorenname in Klarnamen angeben). Hochgeladen werden sollten Bilder, die einen heiteren Bezug zur Elbbrücke haben. Das oben stehende Beispiel will etwa die Richtung angeben. Hier haben sich die beiden Barbyer Daniela und Mario Lehmann zusammen mit ihrem Hund Buddy unter ihre Regenschirme gekuschelt. Es dürfen aber auch noch heitere, ja schräge Bilder sein, mit denen sich die Leute an dem Wettbewerb beteiligen können.

Dem Sieger winkt ein Foto-Shooting mit dem Barbyer Fotografen Steven Höhne, der es gratis zur Verfügung stellt und sich damit mit der Arbeitsgemeinschaft Brücke solidarisiert. Höhne ist übrigens auch am aktuellen „Brückenkalender 2016“ mit mehreren Motiven beteiligt, von dem es im kommenden Jahr eine Neuauflage geben soll.

Das genaue Programm für den 10. September steht als Grundgerüst fest, Abweichungen könne es allerdings noch geben, gesteht Klaus Bittrich.

Zugesagt haben solche Vereine wie Heimatfreunde, Kanuten, Senioren oder das Pelle-Camp von Stephan Wapenhans, der auch einen Soloauftritt als Sänger haben wird.

Christof Jesse will abends ein Feuerwerk zünden, Uwe Hasse voraussichtlich Barbyer Historienbilder zusammen mit Günter Zenker im „Prinzeßchen“ ausstellen.

Kapelle wird gesucht

„Uns ist es bisher nicht gelungen, eine Kapelle zur Eröffnung zu organisieren“, bedauert Klaus Bittrich mehrere gescheiterte Versuche, einen Spielmannszug zu verpflichten.

Der Erlös, wie auch alle anderen Einnahmen, wandern in die Brückenkasse. Denn die Ausgaben zur Gestaltung eines solchen Festes sind – trotz einiger Sponsoren – nicht von Pappe.