Tipps der Polizei

Seien Sie misstrauisch, wenn Sie der Anrufer auffordert, Ihren Namen selbst zu nennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der Verwandte wissen kann. Lassen Sie sich nicht drängen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Im Zweifel informieren Sie die Polizei.

Gnadau/Calbe/Staßfurt/Löderburg l Wieder hatte der Enkeltrick Erfolg: Betrüger haben  im Salzlandkreis in mindestens drei Fällen versucht, ältere Damen um ihre Ersparnisse zu bringen. In einem Fall klappte das auch, die 89-jährige Rentnerin verlor dabei 25 000 Euro. Darüber informierte am Freitag Marko Kopitz vom Polizeirevier Salzlandkreis. „Die perfide Masche sollte mittlerweile eigentlich bekannt sein, selbst den Sachbearbeitern in Banken, die zum Teil immer noch gerade älteren Damen solch hohe Bargeldsummen auszahlen“, so Kopitz mit einem Seitenhieb auf die Vorfälle, die sich am Donnerstag ereignet haben sollen.

Die fast ausschließlich älteren Opfer, zumeist im hohen Rentenalter, erhalten in der Regel einen Anruf, in dem die Person am anderen Ende der Leitung fragt: „Weißt du wer hier ist?“ oder „Rate mal, wer hier ist!“ Daraufhin reagieren die Opfer zumeist mit Namen von Menschen, die sie schon länger nicht mehr gesehen oder gehört haben und meist sehr gern haben.

Die Täter passen dann nur noch das Telefonat auf das Opfer an und erzählen ihre Geschichte. Meist wollen sie Autos oder Grundstücke erwerben und kommen momentan nur nicht an etwas mehr Bargeld. Sie müssten aber sofort handeln, sonst ist das vermeintlich gute Geschäft hinfällig. Zum Abholen soll meist eine gute Bekannte oder ein Freund vorbeikommen, da der „Enkel“ gerade verhindert ist.

Bei den drei fehlgeschlagenen Fällen vom Donnerstag sollte Bargeld in Höhe von 15.000, 20.000 und 21.000 Euro erschlichen werden. Die älteren Damen (76, 81 und 83 Jahre) reagierten richtig, so der Polizeisprecher. Sie hatten das Gespräch beendet und anschließend bei dem richtigen Enkel angerufen. Die wussten natürlich nichts von dem Telefonat und informierten Polizei.

Da in zwei Fällen bereits Übergabe Zeitpunkte ausgemacht wurden, kamen zivile Beamte zum Einsatz. Die Täter tauchten allerdings nicht auf. Am Freitagmorgen wurde den Beamten dann bekannt, dass der „Enkeltrick“ in einem Fall doch geklappt hatte.

Auch in Gommern, Burg und Möckern im Nachbarkreis Jerichower Land versuchten es am Donnerstag Betrüger mit dem Enkeltrick. Hier hatten sie versucht, Summen von bis zu 65.000 Euro zu ergaunern. Nach bisherigen Erkenntnissen ohne Erfolg.