Zuchau l In der jüngsten Ortschaftsratssitzung wurde erneut über den Zuchauer Wunsch beraten, an das Gasnetz der Erdgas Mittelsachsen (EMS) angeschlossen zu werden. Wie bereits in einer Sitzung im Februar festgestellt, hat sich die Gesamtsituation nicht verändert. Die erdgasseitige Erschließung von Zuchau sei laut EMS nur in Kombination mit Gerbitz (Ortsteil der Stadt Nienburg) wirtschaftlich sinnvoll.

Hauptschwierigkeit und Kostenfaktor sei die Länge der notwendigen Zuleitung nach Zuchau aus Richtung Saale-Dreieck bei Sachsendorf. Sie beträgt rund vier Kilometer.

124 Haushalte in Zuchau

Wenn überhaupt müssten sich rund 100 Zuchauer Haushalte für einen Erdgas-Hausanschluss entscheiden. Nach einer Befragung - initiiert von Ortsbürgermeister Jörn Weinert - haben bislang 30 Einwohner Interesse bekundet. Zuchau hat knapp 310 Einwohner. Geht man von einem Faktor 2,5 aus, ergeben sich etwa 124 Haushalte.

Für den Nienburger Ortsteil Gerbitz gibt es bisher keinen Konzessionsvertrag mit dem Brumbyer Gasversorger.

Ansatz der EMS: Option einer „Insellösung“ in Form der Errichtung eines Flüssiggas-Netzes in Zuchau. Hier müssten mindestens 60 Zuchauer verbindlich ihr Interesse bekunden. Das Flüssiggas-Netz böte die Möglichkeit einer späteren Erdgas-Umstellung.

Flüssiggasnetz frühstens 2020

Auf Anfrage der Volksstimme teilte das Unternehmen mit, dass die Errichtung eines Flüssiggas-Netzes frühestens 2020 realisiert werden könnte, möglicherweise kombiniert mit der Erschließung eines Breitband-Netzes. Das Zeitfenster 2020 ergibt sich, weil für die EMS in den nächsten zwei Jahren bereits fest geplante Investitionen abzuarbeiten sind.

EMS will Anfang 2018 noch einmal Beratungen in Zuchau anbieten, um den Bürgern dann auch konkrete Kosten vorstellen zu können.

Die Zuchauer hatten sich bei ihrem Wunsch leiten lassen, weil in der Einheitsgemeinde Barby die Orte Glinde und Pömmelte mit Erfolg an das Gasnetz angeschlossen wurden. Hier gibt es aber eine höhere Anschlussrate.

Pömmelte und Glinde schon am Netz

Der Energieversorger EMS ließ zum Beispiel auch in der Pömmelter „Vorstadt“ Erdgasrohre und Leerrohre für Glasfaserkabel verlegen. Die Gesamtlänge der Erdgas-Leitung beträgt 11,3 Kilometer - unterteilt in rund 1,6 Kilometer Hochdruckleitung, 4,4 Kilometer für den Hauptstrang und rund 4,3 Kilometer innerorts für die Seitenstraßen jeweils in Mitteldruck. Für eine optimale Versorgungssicherheit wurde in Höhe Pömmelte-Neue Siedlung eine Gasdruckregelstation errichtet. Über 23 Kilometer Kabelschutzrohre werden in Pömmelte und Glinde verlegt. Durch sie führen hochmoderne Kommunikations-Glasfaserkabel.