Schönebeck l Wer an kroatische Küche denkt, dem schießen Gerichte wie Cevapcici, Schweinemedaillons und Rinderrumpsteak direkt in den Kopf. Vielleicht noch eine Portion gegrillten Schafskäse als Vorspeise? Veganer hingegen meiden genau diese Gerichte.

Warum? Auf ihrem Speiseplan stehen ausschließlich Lebensmittel, die nicht von Tieren stammen. So sind nicht nur Fleisch, Milch und Eier in der veganen Ernährung tabu, sondern auch Honig und Gelatine. Das weiß auch Davor Mandic vom kroatischen Restaurant Adria in Schönebeck. „Um das Thema vegane Ernährung kommen auch wir in unserer Küche nicht mehr herum“, sagt der Geschäftsführer des Restaurants am Salztor.

Umfrage für Ernährungsreport

Genaue Zahlen, wie viele Deutsche sich vegetarisch, also ohne Fleisch ernähren, oder vegan, sprich gänzlich ohne tierische Produkte leben, gibt es nicht. Aus dem Ernährungsreport 2019/2020 der Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft geht hervor, dass sich ein Prozent der Befragten (befragt wurden 1000 Leute vom Meinungsinstitut Forsa) vegan ernähren.

Fünf Prozent geben an, sich vegetarisch zu ernähren. Und dann gibt es da noch 55 Prozent der Befragten, die angeben, flexitarisch zu essen, also gelegentlich Fleisch zu sich zu nehmen, manchmal aber bewusst darauf zu verzichten. Somit ernähren sich 39 Prozent der Befragten weder vegan noch vegetarisch oder flexitarisch.

Vegane Speisen auf Wunsch

Doch wie sind Schönebecker Restaurants auf Gäste eingestellt, die fleischfrei oder gar gänzlich tierproduktfrei essen?

Auf der Speisekarte des kroatischen Restaurants Adria gibt es zwar einige wenige vegetarische Gerichte oder eben solche mit Fisch, die Pescetarier essen, aber keine veganen Speisen. Dennoch bewirtet Davor Mandic und sein Team natürlich auch Gäste, die sich vegan ernähren, berichtet er der Volksstimme.

„Wenn Gäste uns mitteilen, dass sie sich vegan ernähren, finden wir immer eine Lösung, auch für ihre Bedürfnisse Gerichte zu kreieren“, sagt der Adria-Geschäftsführer. Ähnlich verhält es sich auch im Restaurant und Café Elbblick. Hier wird Gästen Internationale Küche vom Schnitzel bis zum Flammkuchen geboten. Fast alle Gerichte enthalten Fleisch, Fisch oder Milchprodukte wie Käse oder Joghurt. Vegane Hauptgerichte gibt es nicht, Vorspeisen schon.

Doch auch hier gilt: Wer sich vegan ernährt, geht beim Restaurantbesuch essenstechnisch nicht leer aus. „In Absprache mit dem Personal wandeln wir Gerichte von unserer Karte in der Küche einfach ab, sodass auch veganer bei uns essen können“, erklärt Elbblick-Inhaber Leonidas Zisiadis.

Nicht alle kennen Ernährungsformen

Um Veganern und auch Vegetariern ein größeres Speisenangebot bieten zu können, plant Davor Mandic seine Speisekarte zu überarbeiten. Er will neue Gerichte in die Karte aufnehmen, die sowohl vegetarisch als auch vegan zubereitet werden können. „So schlagen wir dann sprichwörtlich zwei Fliegen mit einer Klappe“, findet er und erklärt, „das macht es für die Küche einfacher.“ Bisher habe aber eben auch der Austausch mit den Kunden gut geklappt. „Wir haben immer gemeinsame Lösungen gefunden, damit die Wünsche aller Gäste erfüllt werden“, berichtet Mandic.

Was das Wissen der Deutschen über vegane und vegetarische Ernährung angeht, zeigt sich, dass 83 Prozent der Befragten der Umfrage, die Grundlage für den aktuellen Ernährungsreport der Bundesregierung ist, korrekt erläutern, was vegan bedeutet und äußern, dass vegane Lebensmittel keine tierischen Produkte enthalten oder rein pflanzlich sind.

Sechs Prozent der Menschen schließen hingegen nicht alle tierischen Produkte aus. Was die vegetarische Ernährung angeht, so geben mit 70 Prozent die meisten Befragten korrekt an, dass vegetarische Produkte kein Fleisch oder keinen Fisch enthalten. 21 Prozent scheinen vegetarisch mit vegan gleichzusetzen und äußern, dass vegetarische Lebensmittel keinerlei tierische Produkte enthalten dürfen.

Wissen, über das die Schönebecker Gastronomen aber natürlich verfügen. Denn nur so können sie schließlich auch vegane und vegetarische Gerichte anbieten, die auf manch Schönebecker Speisekarte schon Einzug gehalten haben – oder es eben schon bald sollen.