Biere/Zens l Eine lange Diskussion brauchte es nicht, als der Gemeinderat über den Grundsatzbeschluss zur Erweiterung der Biogas-Anlage in Zens beriet. „Eine Erweiterung ist von öffentlichem Interesse“, meinte Frank Ahrend (CDU), Ortsbürgermeister von Zens. Sie ist, seiner Meinung nach, für die Sicherstellung der Wärmeversorgung notwendig.

Seit 2014 läuft die Biogasanlage in Zens und wird vorrangig zur Stromerzeugung genutzt. Dieser entsteht durch die Vergasung von Biomasse, in diesem Fall Mais aus eigenem Anbau und Hühnerkot, der aus den Niederlanden importiert wird. Inhaber ist die Firma Landboden Mühlingen GmbH, mit Geschäftsführer Oltman Tonkens. Der Strom geht dann an einen Energieversorger. Außerdem versorgt die Anlage seit einigen Jahren auch die Haushalte der Ortschaft Zens mit Wärme.

2,3 Millionen Kubikmeter Biogas

Der Gemeinde Bördeland lag nun ein Antrag auf Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes zur Erweiterung der bereits bestehenden vor. Demnach soll die Anlage an umweltgesetzliche und energiepolitische Änderungen angepasst werden, um die Wirtschaftlichkeit des Betriebes gewährleisten zu können.

„Die Anlage soll höher bestückt werden, um mehr Energie zu erzeugen“, erklärt Gemeindebürgermeister Bernd Nimmich (SPD) das Vorhaben.

Insgesamt soll dann eine Biogasmenge von 2,3 Millionen Normkubikmetern pro Jahr erzielt werden. Dadurch soll sich auch die Nahwärmeversorgung des Ortes verbessern. Dafür müsse man aber die Nutzungsfläche vergrößern und auf landwirtschaftliche Flächen erweitern. Im Zuge dessen sei eine Anpassung des Flächennutzungsplanes notwendig.

Es sei eine Sondergebietsfläche für Biogas und Erneuerbare Energien auszulegen. Der Gemeinderat hat sowohl der Anfertigung eines Bebauungsplanes als auch der Anpassung des Flächennutzungsplanes zugestimmt.

75 Haushalte werden mit Wärme versorgt

Dennoch wurde von Seiten einiger Gemeinderatsmitglieder auch ein Problem angemerkt. Zum Standort der Biogasanlage am Ortsrand führen Straßen, die sich in einem schlechten Zustand befinden. Wenn die Anlage nun vergrößert wird, muss auch mehr Biomasse dorthin transportiert werden. Um die Straßen nicht noch weiter zu verschlechtern, müsse für dieses Problem eine Lösung gefunden werden.

Momentan läuft die Anlage bedarfsorientiert, erklärt Boudewijn Tonkens von der Landboden Mühlingen GmbH. Das heißt, sie läuft dann, wenn Strom gebraucht wird. Zurzeit sind 75 Haushalte an das Nahwärmeversorgungsnetz angeschlossen. Wenn alles nach Plan läuft, würde man gern im kommenden Jahr mit den Ausbauarbeiten beginnen, so Tonkens.

Der nächste Schritt für den Investor sei aber nur erstmal die Zusammenkunft mit dem Planungsbüro, um die nötigen Unterlagen zur Anpassung des Bebauungsplanes und des Flächennutzungsplanes zusammen zu stellen.

Diese Unterlagen werden dann an den Ortschaftsrat in Zens sowie an die Verwaltung der Gemeinde Bördeland und dem Gemeinderat übergeben, gesichtet und entsprechend ausgewertet.