Feuerwehr

Feuerteufel im Salzlandkreis unterwegs? Gleich drei Mal brennt es in nur einer Nacht

Gibt es im Salzlandkreis eine Serie von Brandstiftungen? An drei verschiedenen Orten hat es in der Nacht vom 4. auf den 5. August gebrannt. Die Feuerwehren waren im Dauerstress.

Von Sebastian Rose, Thomas Linßner und Falk Rockmann
Gleich drei Mal brannte es in der Nacht zum 5. August im Salzlandkreis. Das Bild entstand in Tornitz.
Gleich drei Mal brannte es in der Nacht zum 5. August im Salzlandkreis. Das Bild entstand in Tornitz. Foto: Freiwillige Feuerwehr Barby

Gerbitz/Bernburg/Tornitz - Zufall oder nicht? Gleich drei Mal brennt es in der Nacht vom 4. auf den 5. August im Salzlandkreis an verschiedenen Orten. Auch am Wochenende schon brannten in Wolmirsleben 4.000 Strohballen ab.

Um 2.36 Uhr war die Nacht der Kameraden von der freiwilligen Feuerwehr aus Tornitz bei Barby auch schon wieder vorbei. Ein ehemaliger Schafstall unweit des Saaledeiches stand im Vollbrand. Darin gelagert: Strohballen. Als die Feuerwehr am Ort ankam, stand bereits die gesamte Halle in Flammen.

Infolge des Ausmaßes wurden die Wehren Barby und Glinde nachgefordert. Die Wehren mussten insgesamt rund 1700 Meter Schlauchleitung bis zur Ortslage Tornitz verlegen. Dies wurde durch die Unterstützung der Wehr Elbenau ermöglicht, die einen speziellen Schlauchwagen besitzt, von dem die Löschschläuche schnell abgerollt werden. Außerdem nutzten die Wehren einen alten Brunnen aus DDR-Zeiten auf dem Gelände der landwirtschaftlichen Einrichtung.

„Eine Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden“, heißt es von Seiten der Polizei, genauer gesagt von Pressesprecher Marco Kopitz, wenige Stunden später.

Der Beamte geht nicht von einem Zufall aus, denn der Brand in Tornitz war der dritte einer ganzen Serie im Salzlandkreis. „Sicherlich ist es möglich, dass Stroh beispielsweise bei zu starker Pressung sich selbst entzündet. Aber gleich drei Mal in zu kurzer Zeit ist schon sehr auffällig“, sagt er am Telefon. Was war außer dem Brand in Tornitz noch passiert?

Circa 1.000 Strohballen verbrannt

Kurz nach Mitternacht am 5. August der erste Einsatz in Gerbitz: Es wurden nahe der Landstraße 150 am Feldweg zwischen Gerbitz und Wedlitz drei brennende Strohdiemen festgestellt. Bereits zehn Meter hohe Flammen erleuchteten den dunklen Nachthimmel, als die Feuerbekämpfer am Brandort ankamen. Sie waren mit acht Fahrzeugen und 41 Kameraden vor Ort und begannen sofort mit den Löscharbeiten.

Nach derzeitigem Kenntnisstand fiele etwa 1.000 Strohballen den Flammen zum Opfer. Die Löscharbeiten dauerten noch weit bis in den Nachmittag an. Das Feuer musste kontrolliert abgebrannt werden lassen. Es entstand ein wirtschaftlicher Schaden von mindestens 40.000 Euro, so die vorläufigen Schätzungen. Die Landstraße musste gesperrt werden.

Das zweite Feuer meldete die Polizei in Bernburg. Um 2.29 Uhr wurde der Brand eines Strohdiemens im Bereich der Claude-Breda-Straße festgestellt. Die 30 Ballen brannten zu diesem Zeitpunkt bereits in vollem Ausmaß. Die Feuerwehren Bernburg und Aderstedt waren im Einsatz, konnten das Feuer aber nur kontrolliert niederbrennen lassen. Wie die Feuerwehr Bernburg auf Nachfrage erklärt, waren bei dem Einsatz in der Claude-Breda-Straße insgesamt 15 Kameraden aus zwei Wehren (Bernburg und Aderstedt) beteiligt. Bis 4.19 Uhr bewachten die Aderstedter Einsatzkräfte das kontrollierte Abbrennen des Brandes. Drei Fahrzeuge waren vor Ort.

Wir gehen zum aktuellen Zeitpunkt von Brandstiftung aus.

Marco Kopitz, Polizeisprecher

Anders als bei dem Brand am Wochenende in Wolmirsleben, bei dem ein Berg mit Substrat Feuer gefangen hatte und später ein Diemen mit 4.000 Strohballen niederbrannten, geht die Polizei nicht unbedingt von einem technischen Defekt aus.

„Zum aktuellen Zeitpunkt scheint eine Brandstiftung in den drei Fällen am Donnerstag Morgen am wahrscheinlichsten“, so Marco Kopitz.

Nun sind Ermittler und die Kriminaltechnik an den Tatorten. Es wird beispielsweise nach Brandbeschleuniger oder Einbruchsspuren geschaut und Zeugenaussagen ausgewertet „Nicht immer ist es möglich, zu hundert Prozent eine Brandstiftung eindeutig zu erkennen. Aber durch jahrelange Erfahrung und viele kleine Puzzleteile ist es möglich, klare Tendenzen anzugeben.“

Deshalb ruft der Polizeipressesprecher auch Zeugen auf, sich umgehend zu melden. Auch das noch so kleinste Detail könne am Ende einen eventuellen Täter überführen.

Bei dem Brand in Tornitz kann eine Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden.
Bei dem Brand in Tornitz kann eine Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden.
Foto: Freiwillige Feuerwehr Barby