Calbe l Die beiden Bewohner des Einfamilienhauses im Schleifweg in Calbe hörten am Dienstagabend zunächst nur ein verdächtiges Knistern im Dach. Als sie allerdings gegen 19.30 Uhr genauer nachschauten, mussten sie feststellen, dass im Dachstuhl ein Feuer ausgebrochen war. Glücklicherweise konnten die beiden das Gebäude mit ihrem Hund noch rechtzeitig verlassen und die Feuerwehr alarmieren.

Drehleiter aus Schönebeck im Einsatz

Als die Einsatzkräfte mit neun Fahrzeugen aus Calbe, Schönebeck und Schwarz schließlich nacheinander vor Ort eintrafen, loderten die Flammen bereits aus dem Dachstuhl des Einfamilienhauses. „Die Schönebecker Feuerwehr hat uns freundlicherweise mit ihrer Drehleiter unterstützt, weil unser Fahrzeug zur Zeit in der Werkstatt ist“, sagte der Stadtwehrleiter von Calbe, Jan Roschkowski.

Um das Feuerwehr unter Kontrolle zu kriegen und nach weiteren Glutnestern zu suchen, mussten die Einsatzkräfte das Dach sogar mit Hilfe einer Kettensäge öffnen. Schwierigkeiten hatten die Einsatzkräfte aber auch mit den beiden Bewohnern des Hauses: Offenbar versuchten sie immer wieder, das Gebäude zu betreten, wovon sie von den Feuerwehrleuten abgehalten werden mussten. Der Mann und die Frau blieben bei dem Brand unverletzt. Da Teile der Wohnung jedoch durch das Feuer und das Löschwasser stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, kamen sie zunächst bei Bekannten in der Nachbarschaft unter.

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Ermittlungen dauern an

Während des Löscheinsatzes musste die Polizei die Nienburger Straße in Calbe bis 20.15 Uhr für den Straßenverkehr sperren. „Wir haben den Brandort vorübergehend beschlagnahmt, damit er vorerst nicht mehr betreten und verändert wird“, teilte ein Sprecher des Polizeirevier Salzlandkreis mit. Denn inzwischen haben auch die Brandursachenermittler ihre Arbeit aufgenommen. Ergebnisse der Untersuchungen lagen vorerst aber noch nicht vor. Nach Angaben der Stadtverwaltung Calbe gebe es jedoch Hinweise, die auf einen Defekt der Elektroanlage hindeuten. Der Schaden wurde vorläufig auf 20.000 bis 30.000 Euro geschätzt. Die Ermittlungen dauern an.

Die Feuerwehr war mit insgesamt aus 46 Einsatzkräften vor Ort, davon 27 aus Calbe in fünf Fahrzeugen, sieben aus Schwarz in zwei Fahrzeugen und zwölf aus Schönebeck in zwei Fahrzeugen. Da die Drehleiter aus Calbe nach einer routinemäßigen Inspektion Anfang Januar immer noch in der Werkstatt in Frankenberg war, musste nun die Drehleiter aus Schönebeck anrücken. „Wir helfen uns immer gegenseitig aus“, sagte Stadtwehrleiter Jan Roschkowski. Denn die Reparaturen müssen dringend erledigt werden. So müssen unter anderem die Leitersprossen ausgetauscht werden. Auch die Zylinder für die Korbverriegelung sollen erneuert werden. Bereits diesen Freitag soll die Drehleiter wieder abgeholt werden, teilte die Stadt Calbe mit.

Gegenseitige Hilfe

Noch im vergangenen Herbst war es umgekehrt: Da musste die Drehleiter aus Calbe insgesamt zu vier Einsätzen nach Schönebeck ausrücken, weil das entsprechende Fahrzeug aus Schönebeck wegen Reparaturen mehrere Wochen in der Werkstatt war.