Schönebeck l Der Schönebecker Stadtrat hat bei seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für die Prüfung von alternativen Standorten für das Gerätehaus der Feuerwehr Bad Salzelmen gegeben. „Man kann das vielleicht als Einknicken vor der Bürgerinitiative sehen, aber wir wollen vor allem einen Plan B für alle Fälle vorbereiten“, begründete Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) den Vorstoß für die erneute Prüfung, der der Stadtrat mehrheitlich zustimmte.

Das Stadtoberhaupt musste allerdings einräumen, dass die Stadt nun die Fördermittel des Landes für den Bau verloren hat. Begründung: Es liege zwar eine gültige Baugenehmigung für das Gerätehaus vor. Allerdings sei diese aufgrund der Klage einer Bürgerinitiative gegen die Genehmigung noch nicht rechtssicher. Daher hat das Innenministerium die Förderung für das Gerätehaus zunächst abgelehnt. Das Land sollte 415 000 Euro von den insgesamt 3,3 Millionen Euro für Sanierung und Anbau des Gerätehauses übernehmen. Die Stadt will den Zuschuss nun allerdings erneut für das Jahr 2022 beantragen.

Plan B für alle Fälle

Doch auch wenn die Finanzierung für den Umbau nun verschoben wurde, will die Stadt sicherheitshalber nach einem alternativen Standort suchen. Denn die Klage der Bürgerinitiative kann sich theoretisch noch Jahre hinziehen. Sollte es dann das Gericht aus Sicht der Verwaltung wider Erwarten gegen das Gerätehaus entscheiden, hätte die Stadt dann zumindest schon einen Plan B in der Tasche.

Allerdings stellt sich die Frage, was passiert, wenn die Stadt ein fertiges Konzept für einen Ausweichstandort präsentiert und auf der anderen Seite völlig unklar ist, wie lange das Gerichtsverfahren noch dauert. Werden Stadt, Stadtrat und Feuerwehr dann warten wollen, bis der Rechtsstreit ausgestanden ist oder wird dann ein Automatismus zugunsten eines Neubaus einsetzen?

Die Feuerwehrleute haben durchblicken lassen, dass sie vor allem eine möglichst schnelle Lösung favorisieren würden, da die Bedingungen im Gerätehaus untragbar sind. Wie diese Lösung aussieht, ist demnach mittlerweile offenbar schon zweitrangig. Einige Stadträte vermissten eine schriftliche Stellungnahme der Feuerwehr zu der Standortfrage. Stadtwehrleiter und Stadtrat Daniel Schürmann (SPD) fehlte bei der Stadtratssitzung entschuldigt und konnte daher keine Aussage treffen. Der Salzer Stadtteilwehrleiter Uwe Tandler war zwar als Zuschauer im Publikum anwesend, wollte sich zu dem Thema aber nicht spontan äußern, als der Oberbürgermeister ihm das Rederecht einräumen wollte.

"Es nervt nur noch!"

Stadtrat Steffen Behm fasste die Stimmung vieler Stadträte zusammen. „Das Thema nervt mich nur noch. Wir brauchen jetzt ein vernünftiges Gerätehaus und nicht erst in ein paar Jahren“, sagte er.