Bauunternehmen aus Schönebeck hat sich dem Erhalt von Denkmalen verschrieben

Firma verbindet Tradition und Moderne

Von Daniel Wrüske

Die Firma Franke Bau in Schönebeck gehört zu den traditionsreichen Unternehmen der Stadt. Das Familienunternehmen, das vor 30 Jahren aus einer kirchlichen Bauwerkstätte hervorging, fühlt sich dabei auch in besonderem Maße der Tradition verpflichtet.

Schönebeck l "Franke Bau - Altbausanierung und Denkmalpflege" - das Firmenlogo macht schnell deutlich: Hier hat sich ein Unternehmen auf einen Spezialbereich konzentriert. "Wir arbeiten viel im Bereich der Denkmalpflege", sagt Hans Joachim Franke, der Seniorchef der Firma, die ihren Sitz in Frohse hat. "Das hat mit unserer Tradition zu tun." Denn das Bauunternehmen wurde 1983 als Bauabteilung des Evangelischen Kirchenkreises Schönebeck gegründet. "Damals war es schwer, von den staatlich verteilten Baubilanzen etwas abzubekommen. Deshalb gründete die Kirche in 14 Kirchenkreisen derartige Bauabteilungen", berichtet Hans Joachim Franke. Entsprechend sah auch die Auftragslage aus. Der Baubetrieb kümmerte sich um den Erhalt und die Pflege von Kirchen und kirchlichen Gebäuden - das, was in der Mangelwirtschaft der DDR und mit Hilfe der Kirche aus der damaligen Bundesrepublik möglich war.

Die Arbeit an historischen Gemäuern führte zu einer engen Kooperation mit der Denkmalpflege und erforderte von den Mitarbeitern, dass sie sich mit alten Handwerkstechniken und Materialien auseinandersetzen. Hans-Joachim Franke leitete den kirchlichen Baubetrieb und half so mit, viele Gotteshäuser vor dem drohenden Verfall zu bewahren.

Geradezu sinnbildlich für die Arbeit steht der Betriebssitz - die evangelische Kirche in Frohse. Den Hohen Chor nutzt die Gemeinde als Gottesdienstort, neben einem weiteren Anbau. Das Kirchenschiff ist Lager für Franke Bau. "Vor 30 Jahren wurde der Bauabteilung die Frohser Kirche zugewiesen", sagt Hans Joachim Franke. Nur durch diese "Fremdnutzung" sei es überhaupt gelungen, dieses große Bauwerk zu erhalten.

Da die Kirche nach der Wende keine eigenen Handwerker mehr beschäftigen wollte, ist Hans Joachim Franke mit 44 Jahren Bauunternehmer geworden. Aus der Bauabteilung entstand im März 1991 die Firma Franke Bau GmbH. Als ein auf dem freien Markt agierendes Unternehmen hat Franke Bau weitere Sparten ausgebaut. Baureparaturen, Altbausanierung, Schornsteinsanierung, Um- und Ausbau, Fassadensanierung, Dachdeckungen, Zimmererarbeiten und Neubau gehören zum Portfolio. So sind die Schönebecker unter anderem beim Neubau des Einkaufszentrums an der Schillerstraße in der Elbestadt oder den Umbauarbeiten der Inneren Klinik des Ameos Krankenhauses aktiv. Im Bereich Denkmalpflege hat Franke Bau zuletzt auf der Salineinsel in Schönebeck gearbeitet und das Salzmagazin als letzten Zeugen der Saline im Ort saniert.

Franke Bau hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten zum vielseitigen Fachbetrieb im Baubereich entwickelt. Längst kommen die Aufträge nicht mehr nur aus dem kirchlichen Bereich, sondern auch von Privatleuten, Städten und Kommunen. Hans Joachim Franke übergab das Bauunternehmen Anfang 2010 an seinen Sohn Andreas Franke, der schon seit mehr als zehn Jahren im Unternehmen mitarbeitet und seit drei Jahren alle Fäden in der Hand hält. Zur Führungsriege gehört auch Bauleiter Volker Meyer. Den Kern des Unternehmens machen die 16 Mitarbeiter aus. Die Firma bildet Lehrlinge aus, aktuell einen jungen Mann. "Ich denke, dass unsere Kunden die Verwurzelung in der Region ebenso schätzen wie unsere Beratung und Betreuung", sagt Hans Joachim Franke.

Er ist ebenso überzeugt, dass die Mitarbeiter seiner Firma sich ein hohes technisches Niveau angeeignet haben, weil sie sich mit Bauarbeiten und -aufgaben verschiedenster Epochen auseinandersetzen müssen. Anerkennung hat die Spezialisierung bereits vielfach öffentlich gefunden. So ist Franke Bau beispielsweise Träger des "Bundespreises für Handwerk in der Denkmalpflege in Sachsen-Anhalt 2008".