Bad Salzelmen l Als „wunderbare Zeitdokumente“ bezeichnet Petra Koch jene 15 Bilder, die seit Donnerstag in der neuen Ausstellung im Salzlandmuseum in Schönebeck zu sehen sind. Präsentiert werden im Galeriegang 15 schwarz-weiß Fotos, die der Magdeburger Fotograf A. Karl Müller in den 1920er bis 1940er Jahren gelungen sind. Der Magdeburger hat sich seinerzeit fast täglich an den selben Punkt an der Magdeburger Elbe gestellt und alle Schiffe im Bild festgehalten, die diese Stelle passierten.

„Das sind Motive, die sicherlich eher die Fachleute interessieren“, schätzt Petra Koch, Leiterin des Salzlandmuseums ein. A. Karl Müller, dessen Bilder seinerzeit unter anderem im Magdeburger General-Anzeiger veröffentlicht worden, hat aber auch solche Bilder geschaffen, die für die Allgemeinheit von Bedeutung sind. Genau diese sind es, die jetzt in der neuen Ausstellung „Meine Elbe - Meine Liebe“ präsentiert werden.

Sie zeigen das Leben an Bord. Ob nun ein Matrose seinen kleinen Wintergarten an Schiff gießt, ein Kollege gerade den Ofen befeuert oder sich die mitgereisten Damen bei der Handarbeit befinden - es sind verschiedene Situationen, in denen A. Karl Müller seine Protagonisten fotografiert hat.

Diese Bilder überfliegt der geneigte Betrachter nicht einfach. Denn - ohne zu viel vorab zu verraten - sie bieten zahlreiche Details, die erst beim näheren Ansehen auffallen. Schon allein die Größe der Bilder - die Abmaße sind 50 mal 70 Zentiemter - lassen Einiges mehr erkennen als auf den Negativplatten. Nur das genaue Entstehungsdatum der einzelnen Bilder bleibe dabei unbekannt.

„Am besten sie kommen zu zweit oder zu dritt und sehen sich die Ausstellung an“, empfiehlt Museumsmitarbeiter Frank Löbig. Denn auch intern werden die Fotos viel besprochen, hat er die Erfahrung gemacht. Dabei entdecke jeder ein anderes Detail.

Rund 1500 Bilder von A. Karl Müller gehören zum Salzlandmuseum. Aus diesem Fundus musste die Kuratorin der Ausstellung, die 16-jährige Sarah Dick, die derzeit ein freiwilliges soziales Jahr im Museum absolviert, erst einmal eine grobe Vorauswahl treffen. Leicht ist ihr diese Aufgabe nicht gefallen. 1500 Aufnahmen sind doch eine Menge. Ungefähr ein Jahr Arbeit steckt in der nun eröffneten Ausstellung.

„Meine Elbe - Meine Liebe“ ist bis zum 25. September im Salzlandmuseum zu sehen. Die Einrichtung ist geöffnet Dienstag von 10 bis 16 Uhr, Donnerstag von 10 bis 18 Uhr, Freitag von 10 bis 16 Uhr und Sonntag von 14 bis 18 Uhr.