Schönebeck l „Wasser geht immer“, sagt Ralf Freyer. Ein Blick auf seine in der Schönebecker Stadtbibliothek ausgestellten Werke zeigt, dass Fotografien der Elbe eine Art Steckenpferd des Hobby-Fotografen sind.

Schöne Farbenspiele

Fast seine gesamte Freizeit opfert der hauptberufliche Maurer, der unter der Woche in Hannover und am Wochenende in Schönebeck wohnt, für seine Leidenschaft: die Fotografie. Denn entweder in den frühen Morgenstunden oder am Abend geht er heraus in die Natur und hält die schönsten Farbenspiele für immer in seinen Fotos fest. „Im Herbst gehe ich schon mal um 5 Uhr heraus, da sind die Lichtverhältnisse für meine Fotos ideal“, so Ralf Freyer. Bis er das perfekte Foto im Kasten hat, kann es schon mal zwei Stunden dauern. Doch wenn er manchmal stundenlang auf den perfekten Moment, das perfekte Licht zum Fotografieren wartet, ist er nie allein. Immer an seiner Seite hat er seinen Jack-Russell-Terrier Shorty.

Angefangen hat alles mit einem Arbeitseinsatz in Irland im Jahr 2001, erzählt der gebürtige Schönebecker. „Damals kamen die ersten Digitalkameras auf den Markt und ich habe mir eine gekauft“, sagt er. Doch damals, so erzählt er augenzwinkernd weiter, habe er noch geknipst.

Die Technik im Internet gelernt

Mit dem Fotografieren hingegen ging es erst 2005 los, als er sich eine hochwertige Kamera angeschafft hat. Die Technik habe er autodidaktisch erlernt. „Ich habe viel gelesen, mir Youtube-Videos angeschaut“, so Ralf Freyer. Einer seiner Vorbilder, von dem er online viel gelernt habe, sei der Videoblogger Stephan Wiesner. Vor etwa drei Jahren gründete er die Facebook-Gruppe „Schönebeck fotografiert“, die heute mehr als 800 Mitglieder hat. Dabei traf er auf Gleichgesinnte wie die Schönebeckerin Angelika Will. „Sie verwaltet mittlerweile die Gruppe“, so Ralf Freyer. Einige Gruppenmitglieder treffen sich auch ab und zu, mit Angelika Will sei er zum Fotografieren zu den Färöer-Inseln gereist.

Denn auch seine Reiseziele sucht er sich danach aus, wo es sich am besten fotografieren lässt. Das nächste Urlaubsziel: Island. „Das ist der Spot schlechthin für Fotografen“, schwärmt Ralf Freyer.

Wichtige Bildbearbeitung

Doch nach dem Fotografieren ist die Arbeit für ihn noch längst nicht getan. „Mindestens genauso wichtig ist die Bildbearbeitung“, sagt er. Dann bearbeitet er die Lichtverhältnisse oder legt schon mal zwei Fotos, die von exakt derselben Perspektive zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgenommen wurden, übereinander. Dabei sei es ihm wichtig, dass die Fotos trotz aller Stimmung nicht zu kitschig werden. Ralf Freyer: „Es muss alles im Rahmen bleiben.“

Dass er ein gutes Gefühl für den schmalen Grat zwischen Schönheit und Kitsch hat, dafür bekommt er Bestätigung von außen. Denn beim Lichtfestival „Festival of Lights“ in Berlin schaffte der Schönebecker es 2016 auf den ersten Platz. Dabei fotografierte er den bunt beleuchteten Dom der Hauptstadt.

Lieblingsmotive

Obwohl er nur seine Landschaftsbilder auf Facebook teilt beziehungsweise jetzt in der Stadtbibliothek ausstellt, kommen dem Fotografen nicht ausschließlich Naturfotos und Bauwerke vor die Linse. Denn neben der Elbe hat er noch zwei weitere Lieblingsmotive: seine Enkelkinder (2 und 5 Jahre alt) und seinen Hund.

Und an der Elbe? Hat man sich an der nie satt fotografiert? „Ganz klar nein“, findet Ralf Freyer. Denn kein Tag sei gleich. Der Fotograf sagt – ohne dabei kitschig zu klingen: „Jeden Tag sieht man die Elbe in einem völlig neuen Licht.“

Die Ausstellung von Ralf Freyer ist noch bis April in der Stadtbibliothek Am Stadtfeld in Schönebeck zu sehen. Die Öffnungszeiten: Montag, Dienstag und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 18 Uhr, Mittwoch bis Freitag von 10 bis 12 Uhr.