Barby l Hilbig hatte eine halbe Stunde Zeit, um den Ortschaftsräten von Barby seine Neugestaltungsideen nahe zu bringen. Für seine Friedhofsgestaltung, die als Planungsgrundlage in den kommenden Jahren, ja, Jahrzehnten dienen könnte, sammelte der Barbyer Erfahrungen auf großen Friedhöfen in Magdeburg, Zerbst und sogar Hamburg. Hilbig hatte dort gelungene Gestaltungen fotografiert, die per Beamer den Anwesenden des Ortschaftsrates gezeigt wurden.

Es ging um Sichtachsen, den Erhalt historischer Grabsteine, die Neuanlage von Grabfeldern für Erd- oder Urnengräber, um Neuanpflanzungen von Bäumen. Und darum, welche Grabanlagen langfristig Bestand haben und welche nicht.

Sein lapidares Fazit zur gegenwärtigen Situation des Barbyer Friedhofs: unzureichende Planungsunterlagen, maßstabslos und ohne Bezug zur Realität. Im Detail heißt das: keine Barrierefreiheit, fragmentarischer Baumbestand, „Grüne Wiese“ ohne gestalterischen Anspruch oder eine störende Abfallsammelstelle am Eingang.

Zumindest bei letzterem Punkt erntete Matthias Hilbig zustimmendes Nicken der Anwesenden. „Ich würde den einstigen Alleecharakter des Eingangs wieder herstellen“, so sein Vorschlag. Hier könnten die einstmals vorhandenen Spitzpappeln durch vorhandene Säulenzierkirschen ersetzt werden, die nur umgepflanzt werden bräuchten. „Wer durch das Tor den Friedhof betritt, guckt erstmal auf Müllkübel anstatt auf die Kapelle“, so Hilbig.

Hilbig räumte ein, dass seine Messlatte um eine zukunftsgerechte Ausgestaltung des Barbyer Friedhofs ziemlich hoch liegt. Dennoch könne sich die Stadtverwaltung grundsätzlich daran orientieren. Das sah auch Ortsbürgermeister Ernst Neugebauer so, der sich für den immensen Aufwand, den Matthias Hilbig betrieben hatte, bedankte. Nun gehen die Ortschaftsräte zu dem Thema in Klausur. Bei einem erneuten Termin werde man sehen, was von der Neugestaltung als erstes umsetzbar ist, so der Ortsbürgermeister.