Schönebeck l Die Anwohner an der Garbsener Straße sind einfach nur noch sauer. In der vergangenen Woche wurden auch noch die letzten Gelben Tonnen für den Verpackungsmüll an den Neubaublöcken endgültig entfernt. Seitdem quillt der Abfall an der verbleibenden grauen Behältern über. „Die letzten Gelben Tonnen wurden weggenommen, aber es wurden keine anderen Müllcontainer als Ersatz aufgestellt. Jetzt sehen die Müllplätze unmöglich aus“, beschwert sich Anwohner Roland Wenzel.

Gelbe Tonnen wurden endgültig abgeholt

Tatsächlich sind die Abfallbehälter bereits am Mittwochmittag übervoll und die ersten Müllbeutel stapeln sich daneben. Und die Müllabfuhr kommt erst am Freitag. Allerdings ziehen sich die Probleme um die Abfallbehälter für den Verpackungsmüll mit dem Gelben Punkt bereits seit Monaten hin. Der zuständige Entsorger hatte die Behälter nach und nach abgezogen. Begründung: „Die Bewohner an der Garbsener Straße trennen den Müll nicht ordentlich und schmeißen alles Mögliche in die gelben Behälter“, sagte Udo Achtert vom gleichnamigen Entsorgungsunternehmen. „Das ist einfach nur eklig und nicht zumutbar für unsere Mitarbeiter.“ Demnach hatten die Mitarbeiter auch benutzte Spritzen und Windeln in der Behältern gefunden. Das könne der Entsorger nicht sortieren. Daher wurden die Gelben Tonnen schließlich von der Garbsener Straße entfernt und ersatzlos gestrichen.

Anwohner Roland Wenzel kann das überhaupt nicht nachvollziehen. „Nur weil einige Bewohner ihren Müll nicht trennen, haben wir jetzt alle zu wenig Abfallbehälter und werden alle bestraft“, schimpft er. „Das kann ja wohl nicht wahr sein.“ Er selbst würde seinen Müll immer ordentlich trennen und habe sich auch bemüht, den eingezäunten und abgeschlossenen Platz für die Behälter einigermaßen sauber zu halten.

Inzwischen erzählt man sich an der Garbsener Straße, dass die ersten Anwohner ihren Müll sogar bei Verwandten entsorgen, weil sie nicht mehr wissen, wohin damit. Das sei zwar auch nicht in Ordnung, aber die Leute wüssten sich nicht mehr zu helfen.

Keine Information

Roland Wenzel ärgert sich zudem über die schlechte Informationspolitik des Entsorgers. „Niemand hat uns Bescheid gesagt, dass die letzte Gelbe Tonne auch noch wegkommt“, sagt er. Auch beim Vermieter und den Entsorgungsunternehmen werde er immer nur vertröstet und weitergeschickt.

Entsorger Udo Achter macht das Problem allerdings woanders aus. „Wenn der Vermieter nun keine anderen Tonnen bestellt, ist er für die italienischen Verhältnisse verantwortlich“, sagte er. Doch beim Vermieter der betroffenen Wohnblöcke an der Garbsener Straße, die Wohnungsbaugenossenschaft Schönebeck (WBG) will man sich den Schuh auch nicht anziehen. „Die Bewohner rechnen ihre Abfallgebühren direkt beim Kreiswirtschaftsbetrieb ab“, sagte Geschäftsführer Detlef Eitzeroth. Gleichzeit bezweifelt er, dass der Müll in den Gelben Tonnen wirklich so schlecht sortiert ist. „Ein gewisse Fehlerquote muss man bei der Abholung auch.“

Zumindest soll nun gemeinsam mit allen Entsorgern und Wohnungsunternehmen bei einem Krisengipfel in der kommenden Woche eine Lösung gefunden werden. „Danach wollen wir zusätzliche graue Restmüllbehälter bestellen, um die abgeholten Gelben Tonnen zu ersetzen“, versicherte Geschäftsführer Detlef Eitzeroth. Spätestens bis zum Ende kommender Woche, sagt er, sollen die zusätzlichen Abfallbehälter an der Garbsener Straße aufgestellt werden. Allerdings würden sich dadurch wohl auch die Müllgebühren erhöhen.

Anwohner Roland Wenzel ist das inzwischen allerdings schon egal. Er will nur noch, dass der Müll endlich abgeholt wird. Selbst wenn die Gebühren dadurch steigen sollten.