Ranies l Der Ranies Ortswehrleiter ist zufrieden. „Wir haben jetzt eine richtig große Fahrzeughalle“, sagte Gunnar Ulrich bei der Übergabe des umgebauten Gerätehauses am Sonnabend. Zwei Feuerwehrfahrzeuge jedweder Größe können nun bei der Ranieser Wehr untergebracht werden. Mit dem neuen Anbau und der neuen Fahrzeughalle am Feuerwehrgebäude am Sängerwäldchen wächst endlich zusammen, was zusammengehört.

Bisher mussten die Kameraden vor jedem Einsatz ihr kleines italienisches Fahrzeug aus der alten Garage im Ortskern holen. Die war so klein, dass das Fahrzeug nur vorwärts einparken konnte. „Wir mussten sogar eine Heizung in den Tank einbauen lassen, damit er nicht einfriert“, sagte Gunnar Ulrich. Denn die Garage war unbeheizt. Doch diese Zeiten sind jetzt glücklicherweise vorbei.

Altes Fahrzeug durchgerostet

Am Gebäude der Feuerwehr ist nun neben der großen Fahrzeughalle auch ein Anbau mit den neuen Umkleidekabinen für die Einsatzkräfte und einer Werkstatt entstanden. Die Feuerwehrfrauen können nun die ehemaligen Umkleiden der Herren nutzen und haben somit mehr Platz als vorher.

Zur feierlichen Übergabe am Sonnabend wurde die neue Fahrzeughalle so voll, dass zusätzliche Tische für die vielen Besucher aufgestellt werden mussten. Zu Gast waren unter anderem Abordnungen der anderen Feuerwehren aus Schönebeck, um Glückwünsche und Geschenke zu überbringen.

„Die neue Fahrzeughalle wurde uns letztendlich nur durch die Eingemeindung nach Schönebeck ermöglicht“, sagte Ortswehrleiter Gunnar Ulrich. „Deshalb sind wir auch sehr dankbar und sehen uns als Ortswehr als Teil der Schönebecker Feuerwehren.“ Glückwünsche gab es auch von Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU). „Die freiwillige Feuerwehr ist nicht selbstverständlich. Deswegen sollen Sie auch die besten Bedingungen haben“, sagte das Stadtoberhaupt.

Lob für den Stadtrat

Ortswehrleiter Gunnar Ulrich erinnerte noch einmal an den „etwas holprigen Weg“ bis zur Erweiterung des Feuerwehrhauses, in dem früher ein italienisches Restaurant untergebracht war. Denn der Bau hatte sich zunächst immer wieder verzögert. So konnten für einige Arbeiten keine realistischen Angebote eingeholt werden, da die Baufirmen bis heute stark ausgelastet sind. Durch einige Änderungen in den Planungen konnte aber schließlich doch noch alle Arbeiten realisiert werden. Im Laufe der Zeit stiegen die Baukosten dadurch allerdings auch von ursprünglich 430.000 Euro auf mehr als 500.000 Euro. „Solche Preissteigerungen sind heutzutage aber kaum zu vermeiden“, sagte Bert Knoblauch.

Reichlich Lob gab es von den Feuerwehrleuten daher auch für den Schönebecker Stadtrat, der die Finanzierung für den Umbau des Feuerwehrhauses bewilligt hatte. Zudem gab es vom Land Sachsen-Anhalt rund 70.000 Förderung für die beiden Stellplätze. Als letzte Arbeiten sollen rund um das Gerätehaus noch 15 Parkplätze für die Feuerwehrleute eingerichtet werden.

Ortswehrleiter Ulrich hofft, dass das Ehrenamt bei der Feuerwehr durch den Ergänzungsbau in Zukunft attraktiver wird. „Es wäre schön, wenn sich wieder Leute bei uns melden, die früher schon bei der Feuerwehr waren“, sagte er. Auch Quereinsteiger seien bei der Feuerwehr willkommen. „Wir können wirklich jeden gebrauchen“, sagt Ulrich. So zählt die Feuerwehr Ranies 21 Aktive und 17 Mitglieder der Jugendfeuerwehr. „Leider bleiben uns nur wenige Jugendliche erhalten. Viele junge Leute interessieren sich nicht mehr für die Feuerwehr“, sagte Ulrich.

Fahrzeuge von den Nachbarn

Bleibt die Frage, wie die Ranieser die große Fahrzeughalle mit den beiden Stellplätzen in Zukunft nutzen werden. Denn ihr kleines Einsatzfahrzeug hat in der alten Garage sehr gelitten und gilt als so gut wie durchgerostet. Der TÜV läuft in diesem Jahr auch noch ab. „In den nächsten Wochen wird die Feuerwehr Ranies zwei Fahrzeuge bekommen“, kündigte der Oberbürgermeister an.

Beide Fahrzeuge werden derzeit an die Bedürfnisse der Ranieser Wehr angepasst. Aus Feuerwehrkreisen ist zu erfahren, dass es sich dabei um ein Fahrzeug aus Plötzky handeln. Die dortige Wehr fusioniert gerade mit der Feuerwehr Pretzien. Hinzu soll ein Mannschaftstransportwagen von der Tischlerstraße kommen. Der war vor wenigen Tagen durch ein neues Fahrzeug ersetzt worden.