Barby/Magdeburg l Im Prozess gegen einen 58-jährigen Mann aus Barby hat das Magdeburger Landgericht am Donnerstag das Urteil gesprochen. Der Angeklagte soll wegen des sexuellen Missbrauchs an vier Jungen im Alter von 12 bis 14 Jahren sechseinhalb Jahre hinter Gitter. Die seit 16. November 2018 bestehende Untersuchungshaft bleibt zunächst bestehen, teilte ein Sprecher mit.

Für das Urteil sah das Gericht elf Fälle als erwiesen an. Angeklagt waren zunächst 30.

Der Angeklagte hatte die vier Jungen offenbar immer wieder mit Zigaretten zu sich in die Wohnung gelockt. Laut der Mitarbeiterin eines Jugendclubs, denen sich die Jungen schließlich anvertrauten, soll der Angeklagte sie zudem erpresst haben. Demnach habe er gedroht, sie in seiner Wohnung einzusperren und sie in ein Heim stecken zu lassen, wenn sie ihm nicht gehorchten. Der Angeklagte räumte den sexuellen Missbrauch der Minderjährigen grundsätzlich ein. Allerdings bestritt er, dass der sie bedroht oder gezwungen hätte. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe Ende 2018 war der Angeklagte in seiner Wohnung von Unbekannte überfallen und verprügelt worden. Die Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei wegen des Vorfalls hat der Mann inzwischen zurückgezogen.

Der Angeklagte war geständig, was das Verfahren beschleunigte und den Kindern Vernehmungen ersparte. Gegen das Urteil kann noch Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) eingelegt werden.