Schönebeck

„Giluim“ heißt ein außergewöhnliches musikalisches Projekt

Werke jüdischer Komponisten werden am Sonnabend und Sonntag im Dr.-Tolberg-Saal zu Gehör gebracht werden.

Von Ulrich Meinhard

Schönebeck l Ein außergewöhnliches Konzert soll am 13. und 14. Juni im Dr.-Tolberg-Saal erklingen. Das Schönebecker Beth Shalom präsentiert an diesem Wochenende klassische jüdische Musik. „Das wird ein Festival mit israelischen Künstlern“, erklärt Veranstalter Manfred Sandersfeld.

Überschrieben ist die zweitägige Veranstaltung mit „Giluim-Festival Judaica Salzland“ in Schönebeck. Der Sonnabend, 13. Juni, und der Sonntag, 14. Juni, werden jeweils um 16 Uhr mit Kaffee und Kuchen beginnen. Während des Kaffeetrinkens wollen Musiker Jazz-Improvisationen spielen und ebenso Erklärungen geben zu den Konzerten am Abend, die jeweils um 19.30 Uhr beginnen.

Spricht man über jüdische Musik, dann denken viele sofort an Klezmer, schreibt die israelische Pianistin Elisaveta Blumina im Vorfeld des Konzertes. Sie ist auch künstlerische Leiterin des Festivals. Sie informiert weiter: Das neue Festival Jüdischer Musik Giluim-Festival Judaica Salzland will bewusst andere Wege gehen. Das hebräische Wort „Giluim“ bedeutet Entdeckungen oder Offenbarungen. Entdeckt werden sollen, wie es heißt, zu Unrecht vergessene oder unbekannte jüdische Komponisten.

Elisaveta Blumina konnte den bekannten israelischen Geiger Eyal Shiloach für „Giluim“ gewinnen. Gemeinsam mit Mara Mednik am Klavier will er Stücke von Achron, Kreisler oder Bloch vortragen. Für eine Mischung aus Klassik und Jazz sorgt das Saxophon Quartett „Clair Obscure“ mit Werken von Kurt Weill, Nikolaj Kapustin und George Gershwin. Vor den beiden Konzerten wird der junge amerikanische Jazz-Pianist Vladimir M. Samuel Sint am Klavier improvisieren.

Lange bevor Elisaveta Blumina die künstlerische Leitung des Hamburger Kammermusikfestes übernahm, galt sie als Kennerin des jüdischen und ehemals sowjetischen Repertoires. Mittlerweile 21 CD-Produktionen dokumentieren ihren Ruf als außergewöhnliche Interpretin. Mit dem Fagottisten Mathias Baier, der unter anderem als Professor an der Hochschule für Musik Dresden tätig ist, spielt sie Programme abseits vom „Mainstream“.

Zum Abendprogramm am 13. Juni erklingen Werke von Mieczyslaw Weinberg (1919 - 1996), Alexandre Tansman (1897 - 1986), George Dreyfus (geboren 1928), Grigori Frid (1915 - 2012), Oleg Miroshnikov (geboren 1925) und Erwin Schulhoff (1894 - 1942). Auf dem Abendprogramm am 14. Juni stehen unter anderem Werke von Fritz Kreisler, Paul Dessau (1894 - 1979), George Gershwin (1998 - 1937), Nikolai Kapustin (geboren 1937) und Kurt Weill (1900 - 1950).

Zu den Musikern: Mathias Baier (Fagott) wurde 1965 in Rostock geboren. Er ist Gründungsmitglied des Bläserquintetts „Kammervereinigung Berlin“.

Mara Mednik (Klavier) erblickte in Leningrad das Licht der Welt. Nachdem sie sich für die Kammermusik entschieden hatte, wurde sie zu einer sehr bekannten Ensemblepartnerin in der ehemaligen Sowjetunion.

Eyal Shiloach (Violine) wurde 1963 in Israel geboren. Als Solist konzertierte er mehrmals mit dem Israel Philharmonic Orchestra und anderen Orchestern. Seit 2010 ist Eyal Mitglied des Artis Piano Trio.

Christoph Enzel (Saxophon) lebt als freischaffender Saxophonist, Arrangeur und Komponist in Berlin. Regelmäßig ist er zu Gast bei renommierten Orchestern wie dem MDR Symphonieorchester.

Vladimir M. Samuel Sint wurde 1998 in den USA geboren. Er ist der Sohn von Elisaveta Blumina. Mit vier Jahren begann er, Klavier- und Violinunterricht zu nehmen. Er ist bereits Preisträger mehrerer Wettbewerbe, wie etwa „Jugend musiziert“.

Karten zum Preis von 15 Euro (plus Kaffee und Kuchen 25 Euro) gibt es in den Schönebecker Stadtinformationen.