Biere l Der Zufall führte die beiden zusammen: Beim Spiel Räuberrommé lernten sich Ursula Jannosch und Artur Krimke 1966 kennen. „Ich war bei meiner Freundin zu Besuch, Artur hat im Zimmer ihres Bruders gesessen“, erzählt Ursula Krimke. „Rommé haben wir dann alle zusammen gespielt.“ Artur Krimke dazu: „Irgendwie hat es direkt gepasst, es muss wohl Liebe auf den ersten Blick gewesen sein.“

Seit diesem Abend haben die beiden heutigen Eheleute, sie damals 17 und er 23 Jahre alt, regelmäßig Zeit miteinander verbracht. Ursula Krimke erzählt: „Die Chemie zwischen uns hat gestimmt. Aber ich stand vor dem Abitur und so haben wir uns nur an den Wochenenden gesehen.“

Ein Jahr später, im Frühjahr, verlobten sich die beiden, im März 1968 wurde geheiratet. Standesamtliche Trauung im Schönebecker Rathaus, die kirchliche Trauung in St. Jakobi, „bei Pfarrer Schröter“, wie sich Ursula Krimke erinnert. Auch die Feier mit etwa 30 Gästen veranstaltete das frisch gebackene Ehepaar in Schönebeck. Damals sei es aber nicht so einfach gewesen, eine Gaststätte zu mieten, sagt Artur Krimke und auch eine Kostenfrage, ob man sich das leisten wolle.

Ein Zimmer freigeräumt

Krimkes räumten in der Wohnung von Ursulas Eltern, die in der Salzer Straße in Schönebeck wohnten, einfach ein Zimmer frei. Das Essen organisierten sie über Bekannte. Ursula Krimke ließ sich ihr Kleid von der Schneiderei Mühle anfertigen. Den Stoff, weißen Krepp mit eingearbeiteten Blumen, hatte Ursula Krimke aus Sachsen mitgebracht. Als Hochzeitsstrauß seien nur Nelken möglich gewesen, zumal im März, sagt Artur Krimke.

Die Hochzeitsreise fiel recht bescheiden aus: Ein paar Tage verbrachten die Eheleute Krimke in Wernigerode. Organisiert hatten die Reise Ursula Krimkes Arbeitskollegen, finanziert wurde sie aber von dem Geld, dass sich Krimkes zusammengespart hatten.

Die goldene Hochzeit wollten beide wieder in Wernigerode verbringen und eine Art Nostalgie-Reise unternehmen. Leider schreckte sie das kalte Winterwetter derart ab, dass sie ihre Reise auf unbestimmte Zeit verschoben. „Diesen Tag wollen wir für uns genießen“, erklärt Ursula Krimke. Trotzdem planen sie, in der kommenden Woche mit ihren Freundinnen in Welsleben essen zu gehen, um gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen.

Absolute Familienmenschen

Ursula und Artur Krimke bezeichnen sich selbst als „absolute Familienmenschen“ – ihr Sohn Thomas, 1970 geboren, nahm deshalb von jeher einen großen Platz in ihrem Leben ein. In ihrer ersten Wohnung in Frohse lebten sie zu dritt in anderthalb Zimmern ohne Wasseranschluss. Später fuhren sie ihren Sohn aus Schönebeck jeden Tag zu seiner Schule nach Frohse, bevor er in Schönebeck selbst die Salvador-Allende-Schule besuchen konnte. Auch mit ihrem Enkel, Johannes Tiberius, verbringen die Großeltern gerne Zeit. Leider sehen sie ihn im Moment eher selten. „Er muss sehr viel für‘s Abitur lernen. Heute braucht man das für‘s Studium und wir finden ja gut, dass er studieren will“, sagt Ursula Krimke.

1994 zogen Krimkes schließlich nach Biere. Da Ursulas Mutter ursprünglich aus Biere stammte, kehrte sie zu ihren Wurzeln zurück. Artur Krimke erklärt: „Wir wollten ein Haus bauen, aber in Schönebeck gab es keine freien Grundstücke. Deswegen sind wir nach Biere gegangen. Hier wohnt es sich gut, wir leben gerne hier.“

Seit 1957 ist Artur Krimke offizielles Mitglied des Tennisvereins „Turbine Schönebeck“, heute „Blau-Weiß Schönebeck“. „In der achten Klasse habe ich mit Tennis angefangen, weil meine Schulkameraden schon dort waren und mich mitgenommen haben“, erzählt er. „Dort spielte sich auch ein Großteil unseres Familienlebens ab“, erklärt Ursula Krimke. „Es gab viele Veranstaltungen und die Kinder der Vereinsmitglieder sind praktisch alle dort groß geworden“, ergänzt sie.

Jederzeit wieder

Nach dem Rezept für eine glückliche Ehe gefragt, antwortet Artur Krimke: „Wir waren nie Reisemenschen, aber das brauchten wir auch nicht. Wir hatten eine glückliche Zeit bisher und freuen uns über jeden Tag.“ Ursula Krimke findet: „Verbundenheit und Liebe müssen da sein und jeder muss einmal nachgeben, sonst funktioniert es nicht.“ Anschließend verkündet sie überzeugt: „Ich würde ihn jederzeit wieder heiraten!“