Schönebeck l Harsche Kritik oder lobende Worte sind heutzutage nur einen Mausklick entfernt – die Bewertung via Google macht es möglich. Und mit der Allzweckwaffe Smartphone kann jeder, immer und überall, seine Meinung zu einem Geschäft, einem Restaurant oder einer Sehenswürdigkeit abgeben. Auch Orte in Schönebeck sind da keine Ausnahme. Die virtuelle Karte der Stadt ist mit zahlreichen Rezensionen von Google-Nutzern gespickt.

So ist beispielsweise auch die „Alt Salzer Stube“, das Restaurant von Detlef und Marion Sonnenschein, schon mehrfach bewertet worden. 97 Google-Rezensionen sind es aktuell. Dabei schneidet die Gaststätte mit 4,7 von 5 Sternen ganz gut ab. Auch die schriftlichen Kommentare sind überwiegend positiver Natur. Viele Google-Nutzer loben die freundliche Bedienung und das gute Essen. Doch auch Kritik findet sich in der Rezensionsspalte. „Diese Einrichtung schreckt mich wirklich ab. Schrecklich. Aber das Personal ist sehr nett, essen annehmbar“, lautet eine Bewertung.

Das Positive herausziehen

Dass negative Kritik dem Geschäft schaden könnte, befürchtet Marion Sonnenschein aber nicht. „Man kann es nicht jedem Recht machen und jeder hat nun mal seine eigene Meinung“, sagt sie. Zudem sind sie und ihr Mann Detlef mit den Bewertungen ansonsten sehr zufrieden. „Wir kriegen auch oft direkt Feedback von unseren Gästen und das ist meist positiv“, so Marion Sonnenschein.

Auch von der Stadt betriebene Einrichtungen werden rezensiert. So zum Beispiel der Salzturm am Markt oder die Volksschwimmhalle. Beide Einrichtungen haben auf Google 4,2 von 5 Sternen. Die Schwimmhalle wird von den meisten Google-Nutzern als vernünftiges Bad mit freundlichem Personal wahrgenommen. Doch auch hier lassen sich negative Bewertungen finden. So schreibt ein Rezensent: „Beim Rentnerschwimmen sind viele männliche Besucher ohne Rücksichtnahme auf andere Besucher. Vielleicht könnte man da mal ein Auge drauf werfen.“

Laut Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz werden die Rezensionen bei Google-Maps durch die zuständigen Mitarbeiter wahrgenommen und kritische Hinweise überprüft. Zudem teilt er mit: „Eine systematische und regelmäßige Auswertung der Bewertungen unserer zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Einrichtungen auf einer einzelnen Feedback-Plattform im Web ist aus personellen Gründen jedoch nicht leistbar.“

Potenzial für Verbesserungen

Die Rezensionen zum Ameos Klinikum sind relativ durchmischt. Positive und negative Kommentare halten sich in etwa in Waage, was sich in der Bewertung von 3,1 Sternen widerspiegelt. Kathrin Adam, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Klinik, zeigt einen Mangel der Online-Bewertungen auf: „Im Nachhinein lassen sich die Kommentare nur selten konkreten Anlässen zuordnen, weshalb wir nur bedingt Verbesserungen durchführen können. Wir würden es besser finden, wenn Kritik oder auch Lob uns direkt mitgeteilt wird – auch per Telefon oder E-Mail.“ Zudem habe die Klinik mit Nadine Tirschler eine Mitarbeiterin, die sich um die Zufriedenheit der Patienten kümmere, um Verbesserungspotenzial aufzuzeigen, so Adam.

Die Bewertungen für das Salzlandmuseum hat Frank Löbig im Blick. „Über fünf Sterne freut man sich natürlich immer, aber ein positiver Kommentar ist noch besser“, sagt Löbig. Bei unkonkreten Kritiken frage er oft nach, was dem Besucher nicht gefallen habe. „Ich erhalte aber selten eine Antwort“, so der Museumsleiter.