Calbe l Calbe kämpft gegen Graffiti-Sprüher. In dieser Woche ist Bürgermeister Sven Hause an die Öffentlichkeit gegangen und bittet die Bürger um Unterstützung auf der Suche nach drei Jugendlichen, die in der Stadt einige öffentliche Gebäude besprüht haben. In der jetzt veröffentlichten Mitteilung heißt es: „Die Stadt Calbe bittet um Hinweise zu drei jugendlichen Personen im geschätzten Alter zwischen 16 bis 20 Jahren, die unter dem Verdacht stehen, in den letzten Tagen an einigen Stellen im öffentlichen Bereich Graffiti-Schmierereien vorgenommen zu haben. Die Außenwände der Heger-Sporthalle und das neue Wartehäuschen an der Fähre wurden in den frühen Morgenstunden des 18. August durch mehrere alkoholisierte Jugendliche mit Graffitis beschmiert.“

Der Fährmann, der seine Schicht auf der Gottesgnadener Seite beginnt, habe demnach die jungen Leute noch auf der anderen Saaleseite gesehen. Der Abstand sei allerdings zu groß gewesen, um die drei jungen Männern zu identifizieren, heißt es weiter. Die Farbe sei noch frisch gewesen, als der Fährmann die andere Saaleseite erreicht hatte. Wegen Ähnlichkeiten bei den angesprühten Motiven geht die Stadtverwaltung davon aus, dass die Schriftzüge an der Saale und an der Heger-Sporthalle von dem gleichen Personenkreis kommen. Außerdem fanden die Mitarbeiter der Stadt am Wartehäuschen zur Fähre einen sogenannten Szeneaufkleber, heißt es weiter.

Graffitis zur Anzeige gebracht

Die Stadt hat die Graffitis zur Anzeige gebracht, teilt die Verwaltung mit. Neben den Ermittlungsarbeiten durch die Polizei wolle die Kommune nun aber selbst aktiv werden, um die Identität der jungen Männer herauszufinden. Deshalb werden die Bürger aufgefordert, den Mitarbeitern der Stadtverwaltung Hinweise zu geben, wenn sie in dem Zeitraum an der Saale oder an der Heger-Sporthalle Personen gesehen haben, die die Objekte besprühten. „Wir sind es langsam leid, dass durch diese strafbaren Handlungen unsere gemeinschaftlichen Einrichtungen beschmiert und somit beschädigt werden. Deshalb wählen wir diesen öffentlichen Weg bei der Suche nach den Tätern“, wird Bürgermeister Sven Hause in der Pressemitteilung zitiert.

Gut einen Monat vor dem Graffiti an dem Wartehäuschen der Fähre hatte sich ein Bürger in einer anonymen Mail an das Rathaus gewandt, teilte die Verwaltung außerdem mit. In dem Anschreiben habe sich der Unbekannte nach Möglichkeiten erkundigt, Flächen mit Graffiti zu gestalten. Nach eigenen Angaben habe das Rathaus den Unbekannten zwei Tage später zu einem Gespräch eingeladen, um gemeinsam über mögliche Flächen zu sprechen, heißt es weiter. Auf die Reaktion aus dem Rathaus habe es aber keine Reaktion mehr von dem Unbekannten gegeben.

Flächen für Graffitis

Offen ist, ob die Mail und die späteren Graffitis in einem Zusammenhang stehen oder hier nur zufällig eine zeitliche Nähe besteht. Die Anfrage habe die Verwaltung dennoch zum Anlass genommen, um zu prüfen, inwieweit die Stadt Flächen für Graffitis zur Verfügung stellen könne, heißt es weiter. Dennoch verstehe die Kommune keinen Spaß, wenn öffentliche Gebäude beschmiert werden, stellte der Bürgermeister klar. Er erhofft sich nun Hinweise aus der Bevölkerung, um die Täter zu identifizieren. Die Stadt könnte ihnen dann die Beseitigung der Graffitis neben der Strafverfolgung in Rechnung stellen.