Schönebeck l „Ich stehe gerade vor dem Vertretungsplan“, erklärt Dagmar Bitterlich, Schulleiterin an der Schönebecker Sekundarschule „Maxim Gorki“ gestern am Telefon. Der Blick darauf gehörte in den vergangenen Wochen zum Alltag an der Schule.

Dabei ist der aktuelle Krankenstand von fünf Lehrkräften – an der Maxim-Gorki-Schule arbeiten 40 Lehrer – noch wenig. In den vergangenen Tagen sei es schlimmer gewesen, bestätigt die Schulleiterin. Bis zu acht Lehrer hätten in den vergangenen Wochen gefehlt. „Aber wir versuchen, den Schaden so gering wie möglich zu halten“, so Dagmar Bitterlich im Hinblick auf Unterrichtsvertretungen. Ausfälle hatte auch die Grundschule in Plötzky. Da es hier nur fünf feste Lehrer gibt, ist jede erkrankte Lehrkraft eine zu viel, so Schulleiter Olaf Lindstedt. „Es wäre schön, wenn wir für solche Fälle immer einen Vertretungslehrer da hätten, jetzt müssen wir andere Schulen um Hilfe bitten“, so Lindstedt.

Phasenweise stark betroffen ist die Karl-Liebknecht-Grundschule in Schönebeck gewesen, so Schulleiterin Elvira Ludwig-Bauer. Es habe allerdings schon Jahre gegeben, in denen es schlimmer gewesen sei.

Gymnasium heftig betroffen

Das Dr.-Carl-Hermann-Gymnasium in Schönebeck trifft es dagegen noch immer heftig. So meldeten noch am gestrigen Morgen rund 40 Eltern ihre Sprösslinge ab. Teilweise seien in den Klassen in jüngster Vergangenheit nur sieben Schüler anwesend gewesen, erklärt Schulleiter Ulrich Plaga. „Das ist schon eine Größenordnung“, so Plaga weiter. Rund 750 Schüler besuchen normalerweise die Einrichtung in der Berliner Straße. Aber auch das Kollegium am Gymnasium blieb nicht verschont. Bis zu zehn von insgesamt 58 Lehrkräften habe es in Grippe-Spitzenzeiten der vergangenen Wochen erwischt, erklärt Plaga.

Ebenso traf es die Grundschule „Käthe Kollwitz“ in Schönebeck heftig. Drei von zehn Lehrkräften waren erkrankt und viele Schüler mussten zuhause bleiben. Der Unterricht musste in den vergangenen Wochen teils zusammengelegt werden. Aber es werde wieder besser, heißt es aus dem Sekretariat. In der Welsleber Grundschule „Juri Gagarin“ waren hauptsächlich Schüler und weniger die Lehrer erkrankt, erklärt Schulleiterin Martina Volkland. Insgesamt sei es aber nicht so dramatisch gewesen.

Krankenstand in Verwaltungen

„Wir haben es bisher steuern können“, erklärt Kathrin Steuer, Schulleiterin der Freien Montessori-Schule in Schönebeck. Auch am gestrigen Montag waren noch zwei von vier Lehrkräften (und einer pädagogischen Mitarbeiterin) erkrankt. Und auch die Schüler hatte der Grippe-Virus erwischt. Dauerhaft hätten in diesen Tagen vier bis fünf von 17 Schülern gefehlt, so die Schulleiterin weiter. Die Schule habe den Krankenstand durch ihr pädagogisches Konzept aber gut abfedern können. Die Schüler seien das freie Arbeiten an Aufgaben gewöhnt, erklärt sie.

Als „überschaubar“ bezeichnet Schulleiter Harald Weiner die Auswirkungen der Grippewelle an der Schönebecker Lerchenfeld-Schule. Zwei von 28 Lehrkräften seien derzeit noch krank. Natürlich habe es in der vergangenen Woche Unterrichtsausfälle gegeben, erklärt er.

Doch nicht nur die Schulen, sondern auch die Stadtverwaltungen kämpften mit den Grippeviren. „Trotz präventiver Maßnahmen wie Impfungen ist auch die Verwaltung nicht von der Grippewelle verschont geblieben. Bei uns kam und kommt es auch zu für den Bürger spürbaren Einschränkungen“, so Schönebecks Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz.

In der Stadtverwaltung in Calbe waren es ein Drittel der Mitarbeiter, die von der Grippe betroffen waren, so Bürgermeister Sven Hause. Auch Bördelands Bürgermeister Bernd Nimmich sagt: „Es gab und gibt auch bei uns Ausfälle. In allen Bereichen, der Kernverwaltung, Bauhof und bei den Kindertagesstätten. Die fällige Gemeinderatssitzung wurde vom 15. auf den 22. März verschoben.“