Schönebeck/Calbe l Gleich mehrere Brände im Großraum Schönebeck hielten die Feuerwehren in der Region teils bis in die Nacht zum Montag, 1. Juli, hinein auf Trapp. Neben einem Container an der Pömmelter Straße in Schönebeck brannte auch ein Feld am Ortsausgang Schönebeck-Felgeleben Richtung Gnadau. Beide Brände hatten die Kameraden der Feuerwehr aber schnell unter Kontrolle.

Im Gegensatz zu einem Brand nördlich von Calbe nahe den Grizehner Teichen Richtung Bahnanlage/Gewerbegebiet Stadtfeld/Barbyer Straße. Insgesamt 61 Hektar Raps und Weizen standen in Flammen.

Raps-Öl färbt Rauch dunkel

„Durch das in den Pflanzen enthaltene Öl waren die Rauchwolken teilweise so dunkel“, erklärt Susanne Brandt, Geschäftsführein Bauernverband Salzlandkreis. Die Flächen bleiben bis zur nächsten Aussat ungenutzt.

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Aber nicht nur das Rapsfeld stand in Flammen. „Auch sechs Kilometer Bahndamm und ein Waldstück haben gebrannt“, berichtet am Tag nach dem Brand Einsatzleiter Lars Roschkowski, der Wehrleiter der Ortsfeuerwehr Calbe ist.

200 Feuerwehrleute aus 20 Wehren

Seiner Aussage nach waren um die 200 Feuerwehrleute aus über 20 Wehren im Einsatz. Auch zwei Gartenlauben fielen dem Feuer zum Opfer. Die Häuser dreier Familien, die am nördlichen Ende des Calbenser Stadtfelds liegen, konnten die Kameraden hingegen schützen.

Doch die Stimmung unter den Anwohnern ist am Tag nach dem Feuer noch immer aufgeheizt. „Uns hat man hier erst eine Stunde nach Ausbruch des Brandes offiziell verständigt“, sagt Anwohnerin Christyn Freter. Eine andere Bewohnerin sei von ihrer Schwiegermutter telefonisch verständigt worden: „Ich hatte das noch gar nicht mitbekommen, weil ich wegen der ungeheuren Sommerhitze im Haus war“, erzählt sie.

Auch am Montag waren die Leute der Hausnummern 8, 9 und 10 noch aufgebracht, weil Glutnester immer wieder aufflammten. „Wir haben hier einen Tank mit Flüssiggas“, zeigt ein junger Mann hinter das Haus. Die Anwohner fühlten sich am Katastrophentag „ziemlich lange allein gelassen“.

Brand weiter unter Beobachtung

Dass die Situation rund um den Brand zeitweise nicht so geordnet war, wie sie sein sollte, bestätigt Lars Roschkowski telefonisch, kurz bevor er am Montagnachmittag mit seinen Kameraden aus Calbe wieder zum Einsatzort gefahren ist: Die Kollegen aus Löderburg bei der Brandabsicherung ablösen.

Schwerpunkt dieser Nachlöscharbeiten war auch am Montag der Bahndamm der Strecke Barby-Calbe (West). Um 17.40 Uhr am Montag war der Brand dann endgültig gelöscht.

Wasser aus Teichen

Die Calbenser Agrar-Genossenschaft befüllte pausenlos zwei Wasseranhänger, die insgesamt 30 000 Liter fassen. Weiteres Löschwasser entnahmen die Feuerwehrleute aus umliegenden Teichen.

Noch Schlimmeres hatten die Landwirte am Sonntag selbst verhindert, als Traktoren mit Scheibeneggen und Pflügen Brandschneisen um das Feuer herum einbrachten. Erst gegen 1 Uhr am Montagmorgen hatten die Feuerwehren das Großfeuer unter Kontrolle.

Ursache ist unklar

„Über die Ursache kann man nur spekulieren“, sagte Agrar-Geschäftsführer Steffen Gerber. „Es liegen ja genügend kaputte Flaschen und Gläser an den Wegesrändern.“

Obwohl die landwirtschaftlichen Wege für den Individualverkehr Tabu sind, würden sie von vielen Kraftfahrern genutzt. „Wenn das Feuer so entstand, ist es die eine Sache; wäre es Brandstiftung, wüsste ich nicht, was ich dazu sagen sollte“, sagt Gerber geknickt, der die Leistung der freiwilligen Feuerwehren ausdrücklich lobt.

Dank vom Bürgermeister

„Für ihren unermüdlichen und nicht ungefährlichen Einsatz und für die Hilfeleistung und Sicherung der Gefahrenstellen“, gab es am Montag auch seitens des Schönebecker Oberbürgermeisters Bert Knoblauch Lob und Annerkennung unter anderem für die Kameraden der Wehren. Beste Gensungswünsche sandte er sechs Kameraden, die sich bei dem Einsatz verletzten.

Zusätztlich zu den Bränden in Schönebeck und dem Großbrand gab es laut Kreisleistelle zwei Vegetationsbrände – einen nahe der Gärtnerei Sperl an der L 65 bei Kleinmühlingen und einen in Nienburg am alten Wasserwerk. In Güsten brannte eine Gartenlaube.