Schönebeck l „Schüler des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums wundern sich über den Landrat“, ist eine Reaktion von Seiten der Schülervertretung des Schönebecker Gymnasiums überschrieben. Es geht um den Beitrag vom 26. März in der Volksstimme. Es geht um Entscheidungen von Schulleiter Dr. Ulrich Plaga und Landrat Markus Bauer (SPD), die sie jeweils für ihren Zuständigkeitsbereich getroffen haben. Und es geht um die Kritik, die es vom Gegenüber dafür hagelt. Im Gespräch mit der Volksstimme bekräftigen beide ihre Positionen und stehen zu ihren Entscheidungen.

„Der Landrat wirft Schulleiter Plaga vor, er würde seinen Pflichten als Schulleiter nicht nachkommen, indem er keine Notbetreuung für unsere jungen Mitschüler an der Schule durch Lehrkräfte gewährleisten würde. Das ist schlichtweg eine Falschaussage“, heißt es in dem Schreiben der Schülervertretung. „Wir möchten betonen, dass eine Notbetreuung für diejenigen, die eine solche benötigen und Anspruch darauf haben, jederzeit möglich ist und es eine Diskreditierung unseres Gymnasiums darstellt, anderes zu behaupten.“

Bis jetzt habe so eine Notbetreuung – das habe eine Umfrage unter den Jahrgängen ergeben – aber noch keiner in Anspruch genommen. Sollte es jedoch dazu kommen, „könnten wir dies einfach anmelden und eine Betreuung wäre garantiert. So und nicht anders ist uns das auch von der Schulleitung vermittelt worden.“ Die vom Landrat angekündigte Dienstaufsichtsbeschwerde seit somit ihrer Einschätzung nach „völlig fehl am Platz“. In dem Schreiben der Schülervertretung heißt es weiter: „Wir sind verwundert über die Vorgehensweise des Landrates und des Landesschulamtes, da scheinbar keine Bemühungen stattgefunden haben, dem Sachverhalt, der auch uns betrifft, richtig nachzugehen beziehungsweise einfach mal nachzufragen. Solche Streitereien sind unserer Meinung unbegründet. Packen wir doch bitte die Handhabung unserer Zukunft und Bildung professionell und gemeinsam an.“

Kreis hält daran fest

Zu den Anmerkungen der Schülervertretung teilt auf Nachfrage der Volksstimme Kreissprecher Marko Jeschor mit: „Was die Forderung nach Sachlichkeit und Professionalität betrifft: Wir sehen es ganz genauso. Nur ist die Kreisverwaltung der falsche Adressat dafür.“ Der Landkreis halte an seinem Standpunkt fest. Den Aussagen des Landrats aus der Vorwoche sei nichts hinzuzufügen. Die Dienstaufsichtsbeschwerde werde voraussichtlich in den nächsten Tagen dem zuständigen Landesschulamt zugeleitet.

Hintergrund: Schulleiter Plaga kritisierte, dass – obgleich aufgrund von Corona kein Schulunterricht stattfindet – im Sekretariat zwei Mitarbeiterinnen sitzen und drei, vier Reinigungskräfte regelmäßig das Gebäude säubern. Landrat Bauer steht dazu. Die Reinigung werde nicht gestoppt, mit Blick auf eine mögliche Notbetreuung, die Zeit nach der Schließung und existierende Verträge. Er wiederum kritisiert an Plaga, dass er zu einem Treffen aller Schul- und Kitaleiter nicht gewesen sei, um über die Handhabe der Notbetreuung zu beraten. Zudem habe Plaga für seine Lehrer verfügt, das Gebäude nicht mehr betreten zu dürfen. Das dürfe, so der Landrat, nicht sein. Lehrer für die Notbetreuung müssten da sein. Er kündigte eine Dienstaufsichtsbeschwerde an.