Schönebeck l Die Mauern sind eingerissen, das Fundament ist verschwunden – das Haus Markt 2 ist Geschichte. Derzeit klafft eine große Lücke neben dem Schönebecker Rathaus. Und das wird vorerst auch so bleiben.

„Der Abriss ist bei vielen Schönebeckern umstritten. Das weiß ich auch“, sagte Stadt-oberhaupt Bert Knoblauch während der jüngsten Bürgerversammlung. Das Haus Markt 2 hatte eine stadtprägende Fassade und wurde im 19. Jahrhundert erbaut. Nun fiel es dem Abrisshammer zum Opfer. „Es gab eine akute Einsturzgefahr – da konnte wirklich niemand mehr hinein“, so Knoblauch.

Zwar ist ein Neubau geplant, aber es hinkt – wie so oft – an der derzeitigen Finanzsituation der Stadt. Erst wenn der Haushalt im Juni von den Stadträten abgesegnet ist und die weiteren Planungen auch finanziell vorangetrieben werden können, wird es weitergehen, erklärte der Oberbürgermeister.

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Erweiterung geplant

Der Plan ist und bleibt demnach ein Neubau, der auch eine Erweiterung des Rathauses sein wird. Damit soll die Stadtverwaltung zentralisiert werden, die noch teils im Rathaus und teils in alten Verwaltungsgebäuden im Stadtgebiet sitzt. Denn auch dahingehend wird künftig auf Sparkurs gefahren. So sei laut Bert Knoblauch durch eine räumliche Zusammenlegung mit weniger Mietausgaben zu rechnen. Auch die Kommunikation unter den Dezernaten soll sich damit verbessern. Im Zuge des Neubaus wird es dann aber auch Maßnahmen im Rathaus geben. Der Brandschutz im 125 Jahre alten Gebäude sei nicht optimal, so der Stadtchef weiter. Das sei aber derzeit nicht das einzige Manko: Auch behindertengerecht ist das alte Rathaus nicht. Das soll ebenfalls der Neubau abfedern und Barrierefreiheit schaffen.

So gibt es also schon klare Vorstellungen, was das Gebäude können soll und was wichtig ist. Bei der äußeren Gestaltung zeigt sich die Stadtverwaltung aber immer noch ratlos. Man habe noch „keine konkrete Vorstellung“, wie sich der zukünftige Bau ins Stadtbild am besten einfügen lässt.

Das abgebildete historische Foto stellte Maria Hellrung zur Verfügung. Ihr Urgroßvater, Stadtrat Carl Hirschfelder, hatte das Grundstück in den Gründerjahren erworben und das Haus aufstocken lassen, schreibt sie in einer Mitteilung.