Schönebeck l Baumstachelschwein Karli geht es eher gemächlich an. Nur wenn er besonders viel Hunger hat, klettert er auch mal am Bein der Tierpfleger im Heimattiergarten am Bierer Berg hoch, um an die Dose mit den Futterpellets zu gelangen. Ansonsten sitzt der Nager lieber gemütlich auf einem Ast im Gehege und wartet, bis ihm sein Mittagessen hoch gereicht wird.

„Wir haben Karli vor ein paar Wochen aus dem Zoo in Halle bekommen“, erzählt Tierparkleiter Matthias Willberg. Ein echter Glücksfall, denn kurz zuvor ist bereits ein Baumstachler-Weibchen aus Schwerin am Bierer Berg eingetroffen. Beide Tiere, die ursprünglich in Nordamerika leben und auch die Bezeichnung Urson tragen, sind etwa ein Jahr alt. Damit könnte in den kommenden Jahren auch Nachwuchs ins Haus stehen. „Die Zusammenführung zwischen den beiden hat gut geklappt. Sie verstehen sich“, sagt Tierparkleiter Willberg. Das Weibchen, das bisher noch keinen Namen hat, sei aber offenbar noch nicht geschlechtsreif.

Nachwuchs bei Famlie Hörnchen

Bei den Yucatan-Hörnchen im Heimattiergarten gab es unterdessen bereits Nachwuchs. „Wir haben vor zwei Wochen festgestellt, dass die Zitzen des Weibchens angesaugt sind“, sagt Willberg. Ein Blick in das Nest in einer Art Vogelhaus im Gehege bestätigte dann den Verdacht: In das Stroh hatten sich zwei weibliche Mini-Hörnchen gekuschelt. Nach ein paar Tagen ist die Familie aber dann vom Vogelhaus in das geschütztere Innengehege umgezogen: „Die Hörnchen nehmen ihren Nachwuchs in den Mund und tragen ihn wie Katzen.“ Vielleicht war den Tieren der Trubel der Besucher an ihrem Gehege doch etwas zu viel.

Die Tierpfleger freuen sich besonders über den Hörnchen-Nachwuchs. „Wir sind einer der ganz wenigen Tierparks, die diese Art hält.“ Vor drei Jahren kamen die Tiere aus der Schweiz. Jetzt haben sie endlich zum ersten Mal Junge.

Nächstes Projekt am Bierer Berg: Für das neue Jägergehege wird bei anderen Zoos noch nach überschüssige Baummardern gesucht. Doch die Tiere sind sehr gefragt und daher nicht leicht zu finden.