Geschichte

Heimatverein Plötzky will Gefallenendenkmal im Ort restaurieren

Drei Jahre sind es noch, bis das Denkmal, das an die Plötzkyer Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges erinnert, 100. Bestehen feiert. Damit es diesen aber ohne Risse, verblichener Schrift und Bewuchs auf seinen Steinen erleben kann, sammelt der Heimatverein Plötzky jetzt Spenden – und begibt sich auf die Suche nach Fördermitteln.

Von Bianca Oldekamp 14.07.2021, 17:26
Martin Kütz vermisst das Plötzkyer Denkmal, um eine Bauzeichnung für die geplante Restauration des Gefallenendenkmals vor der Kirche in Plötzky anzufertigen. Für die sammelt der Verein jetzt Spenden im Ort und hofft auf Fördergelder.
Martin Kütz vermisst das Plötzkyer Denkmal, um eine Bauzeichnung für die geplante Restauration des Gefallenendenkmals vor der Kirche in Plötzky anzufertigen. Für die sammelt der Verein jetzt Spenden im Ort und hofft auf Fördergelder. Foto: Bianca Oldekamp

Plötzky - Es sind gleich mehrere Risse, einige von ihnen fingerbreit, die sich da entlang der Bruchsteine und den Fugen gebildet haben. Risse, die zwar nicht erst seit gestern vorhanden sind, aber jetzt endlich entfernt werden sollen. Immerhin feiert das Gefallenendenkmal auf der Fläche vor der Plötzkyer St.-Maria-Magdalena-Kirche 2024 seinen 100. Geburtstag, und zu diesem Anlass soll das gesamte Gefallenendenkmal, das an die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges erinnert, im Rahmen einer Restaurierung wieder in Schuss gebracht werden, um weiter 100 Jahre zu erinnern.

Heimatverein unterstützt die Kirche bei der geplanten Restaurierung

„Der Zahn der Zeit nagt an unserem Denkmal, und wir mussten gemeinsam mit den Denkmalschutzbehörden feststellen, dass eine grundlegende Restaurierung durchgeführt werden muss“, berichtet der Vorsitzende des Plötzkyer Heimatvereins, Martin Kütz, von dem, was bereits hinter den Kulissen rund um die geplante Restauration gelaufen ist. Denn es ist der Heimatverein Plötzky, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Eigentümer des Denkmals, die evangelische Kirche, bei der Restauration zu unterstützen und das nicht ganz einfache Projekt umzusetzen – Stichwort Denkmalschutz.

Verschiedene Behörden eingebunden

Denn das Gefallenendenkmal in Plötzky steht unter Denkmalschutz, ist als „Kleindenkmal“ Teil des Denkmalverzeichnisses des Landes Sachsen-Anhalt. Und so sind in alle Planungen rund um die Restauration dieses Kleindenkmals auch die untere Denkmalschutzbehörde des Salzlandkreises und das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie eingebunden.

Restaurierung bis 2024

Geplant sei laut Kütz, das Denkmal bis 2024 von grundauf zu restaurieren. Sprich es soll zunächst komplett zurückgebaut und dann millimetergenau Stein auf Stein wieder zusammengesetzt werden. So will es der Denkmalschutz schließlich. Denn verfüllt worden sein, so vermutet Martin Kütz, muss das Denkmal mit ungebrannten Tonziegeln. Und wenn die nass werden, dehnen diese sich aus und drücken mittlerweile auf das Mauerwerk aus Bruchstein, weshalb an den Fugen die zahlreichen Risse entstanden sind. „Wir wollen, dass das Denkmal auch in den nächsten 100 Jahren an die Gefallenen der Kriege erinnert“, sagt Martin Kütz, der das Denkmal als Mahnmal gegen jedweden Krieg sieht.

Heimatverein startet Spendenaufruf

Restauriert werden muss auch die Betonplastik aus Lorbeerkranz, Bajonett und Soldatenhelm, die das Mahnmal krönt. Und wenn man schon dabei sei, soll auch gleich die Grünfläche rund um das Denkmal aufgepeppt werden. Summa summarum liegen die Kosten bei geschätzten 46.000 Euro. Geld, das weder die Kirche als Eigentümer des Mahls noch der Heimatverein aus dem Ärmel schüttel kann. Aber sammeln kann der Verein. Und so wird in den Plötzkyer Haushalten in en nächsten Tagen ein kleines Flugblatt mit dem Spendenaufruf „Rettet unser Gefallenen-Denkmal“ des Heimatvereins eintrudeln. Doch will sich der Heimatverein um seinen Vorsitzenden Martin Kütz für die Finanzierung vor allem um Fördermittel kümmern, wird dafür diverse Fördermittelanträge stellen.

Genehmigung der Behörden steht noch aus

Alle Vorababsprachen zur Restauration unter Einbezug der Denkmalschutzbehörden sind dabei bereits getroffen, der denkmalrechtliche Antrag ist gestellt. Starten kann die Fördermittelakquise aber erst, wenn der Antrag bewilligt wurde und die Arbeiten der Formen aus der Region eben erst dann, wenn der Verein das Geld zusammen hat. Deshalb versuche man sein Glück auch über eine Spendenseite im Internet, bei der aber, anders als bei einer Spende auf das Vereinskonto, nicht jeder Cent bei dem Verein ankommt. Deshalb hoffen Martin Kütz und seine Mitstreiter auf Fördermittel und Spenden aus der Ortschaft und der Region direkt auf das Vereinskonto.