137 mögliche Investoren melden sich im Interessenbekundungsverfahren

Hinterm Rathaus soll "Elbröver" Schwung bringen

Von Daniel Wrüske

Die Belebung des ehemaligen Gummiwerk-Areals mit einem Einkaufszentrum ist bei Volksstimme-Lesern nicht unumstritten. Doch das Rathaus hat auch konkrete Pläne für die Altstadt. Der Titel: "Elbröver-Zentrum".

Schönebeck l "Elbröver-Zentrum" - das klingt nach Schifffahrt, Wandel und Handel. In der Tat sind diese Assoziationen gewollt. Denn die Stadtverwaltung betitelt so ein Projekt zur Belebung der Altstadt. "Das geplante Elbröver-Zentrum soll ein attraktives Angebot für innerstädtisches Leben und Verweilen, für Wohnen und Arbeiten in urbaner also städtischer Atmosphäre sein", fasst Schönebecks Baudezernent Guido Schmidt alles zusammen.

Unmittelbar hinter dem Rathaus auf dem Areal zwischen Steinstraße und Breiteweg soll ein Gebäude entstehen, in dem Geschäfte, Gastronomie, Dienstleistung und Wohnen miteinander verbunden werden - lukrativ im Zentrum und mit Elbnachbarschaft. "Nur der Mix kann hier funktionieren", ist sich der Dezernent sicher. Man müsse entsprechend des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes bestimmte Sortimente und auch Nischen bedienen, sagt Schmidt weiter. Und auf Vorhandenes aufbauen.

"Handel. Gastronomie. Wohnen. Dienstleistung. Nur der Mix kann hier funktionieren."

Die Fakten und Zahlen, von denen die Planer ausgehen, sprechen für sich: Im Quartier rund ums Rathaus befinden sich 130 Dienstleistungsbetriebe. Wohnnachfrage für die Altstadt kommt vor allem von "jungen und mittelalten Ein- bis Zweipersonenhaushalten oder Zuzüglern". Über den Markt wird die Verbindung zum Handel in der Salzer Straße geschaffen. Im Innerstädtischen Einkaufsbereich, unmittelbar am Elbradweg gelegen, kommen Touristen, die Tages- und Ausflugsgastronomie suchen. Die Altstadt soll insgesamt attraktiviert werden.

Das Stadtplanungs- und Stadtentwicklungsamt geht die Sache mit hochgekrempelten Ärmeln an. In den vergangenen Wochen hat man zusammen mit der Cima City Beratung und Management GmbH mögliche Investoren gezielt angesprochen. Ein Interessenbekundungsverfahren nennen die Rathausleute das. Bauleute oder Finanziers also, die sich vorstellen können und finanziell dazu in der Lage sind, ein solches Haus entstehen zu lassen und für die verschiedenen Ausrichtungen zu vermarkten. Bis September wartet man den Rücklauf ab. Schon jetzt gibt es 137 Antwortschreiben. Über das weitere Verfahren ist man sich auch im Klaren. Mit einer überschaubaren Zahl von Bewerbern will man vertiefende Gespräche führen. "Dabei werden städtebauliche Konzepte genauso abgeklopft wie Investitionskonzepte", erklärt der Baudezernent. Ganz praktisch wird die Stadt die Fläche hinter dem Rathaus an den Investor verkaufen. Laut Guido Schmidt soll auch relativ schnell eine Entscheidung getroffen und im Nachgang natürlich auch gebaut werden. Denn man will von Fördergeldern, die noch 2014 ausgereicht werden, profitieren können.

Im Rathaus ist man zuversichtlich, das "Elbröver-Zentrum" auf feste Füße stellen zu können. Guido Schmidt: "Die Stadtsanierung und der Neubau des Wohn- und Geschäftshauses am Markt durch die SWB, aber auch die geplante Marktgestaltung bildeten Impulse für die Neugestaltung des gesamten Quartiers." Daran solle die konzentrierte Entwicklung des Areals um das Rathaus anknüpfen und zu einem weiteren wichtigen Baustein für die Neubelebung der Altstadt werden. "Wir wollen einen Gegenpol zum Areal auf dem Gummiwerksgelände schaffen mit der Achse Salzer Straße."