Schönebeck l Auf über 30 Grad Celsius stieg das Quecksilber im Thermometer am Donnerstag an. Auch für Freitag und Sonnabend sind Temperaturen über der 30-Grad-Marke prognostiziert. Laut „Kysely-Methode“ spricht man von dann von einer Hitzewelle.

Davon abgesehen, dass sich solche Temperaturen durchaus unangenehm anfühlen können, können sie auch zur Gefahr werden. Besonders Senioren können schnell dehydrieren, wie der Schönebecker Allgemeinmediziner Doktor Robin John berichtet. „Bei älteren Menschen ist das Durstgefühl deutlich schwächer ausgeprägt, als bei jungen. Trotzdem müssen sie trinken, trinken, trinken“, betont John. Einen Tipp gibt der Mediziner auch: So sollten ältere Menschen einfach eine große Wasserflasche (mindestens 1,5 Liter) an „prominenter“ Stelle platzieren und diese bis zum Ende des Tages ausgetrunken haben. „Dadurch, dass die Flasche im Idealfall immer im Blick ist, wird man ans trinken erinnert“, sagt Robin John. Auch möglicherweise pflegende Angehörige können so gut nachvollziehen, dass ihre Lieben auch genug Flüssigkeit zu sich nehmen – denn das ist das Wichtigste bei einer Hitzewelle.

Körper überhitzt

Kinder müssen in der Regel nicht daran erinnert werden ausreichend zu trinken, da ihr Durstgefühl noch sehr intensiv ist. Die Kleinen sind dafür eher für andere Probleme anfällig – zum Beispiel einem Sonnenstich. „Bei langen Aufenthaltszeiten in der Sonne kann es dazu kommen, weil der Körper innerlich überhitzt. Auch trotz Abkühlung in einem Planschbecken kann das passieren“, sagt Robin John. Ein Sonnenstich ist an Kopfschmerzen und einem matten Gefühl erkennbar. Auch Erbrechen gehört zu den Symptomen. Ein Fall für den Arzt ist das aber zunächst nicht, so John. „Dann ist die Devise: Bettruhe, kühlen und Wasser trinken. Geht es der betroffenen Person am nächsten Tag nicht besser, sollte ein Arzt aufgesucht werden.“

Damit es aber erst gar nicht zu einem Sonnenstich kommt, sollten Eltern darauf achten, dass sich der Nachwuchs auch im Schatten aufhält, damit der Körper sich abkühlen kann.

Sonnencreme nutzen

Eine allgegenwärtige Gefahr ist natürlich auch der Sonnenbrand. Darum sollte auch immer – bei Jung und Alt – an das Eincremen mit Sonnenschutz gedacht werden.

Und nicht nur der Mensch hat mit der Hitze seine liebe Not. Auch bei Tieren gibt es beachtenswerte Aspekte. „Ganz wichtig ist natürlich, dass man Hunde oder Katzen bei solchen Temperaturen niemals im Auto zurücklässt“, betont der Schönebecker Tierarzt Ulrich Wagner. Darüber hinaus sollte Stress vermieden werden – von einer Trainingseinheit auf dem Hundesportplatz sollte daher abgesehen werden, rät Wagner.

Gassirunde am Morgen

Zudem gibt er den Tipp, dass Gassirunden oder Spaziergänge eher am frühen Morgen oder späten Abend unternommen werden sollten, wenn es etwas kühler ist. „Und statt eines ausgedehnten Spaziergangs können mehrere kleine Runden unternommen werden, so Ulrich Wagner. Zudem lassen sich manche Tipps vom Menschen auf die Vierbeiner übertragen. Denn auch bei Hund, Katze oder Nager gilt: Es muss ausreichend Wasser zur Verfügung gestellt werden. Idealerweise gibt es auch Schattenplätze, in die sich die Tiere zurückziehen können und vielleicht flache Behältnisse mit Wasser, die als kühlendes Bad fungieren.

Wenn diese Tipps beachtet werden, kommen Groß und Klein, Mensch und Tier, sicher gut durch den Sommer. Und mit einem leckeren Eis in der Hand, lassen sich auch Temperaturen oberhalb der 30 Grad halbwegs gut überstehen.