Schönebeck/Barby l Die gute Nachricht: Im Moment liegen die Pegelstände der Elbe noch lange nicht im besorgniserregenden Bereich, obwohl bereits Teile des Elbufers unter Wasser stehen. In Schönebeck wurden gestern laut Wasserstraßenschiffahrtsamt 4,68 Meter gemessen.

In Barby, ein für Schönebeck und Magdeburg ebenfalls wichtiger Referenzwert, erreichte die Elbe 4,57 Meter. Das sind 17  Zentimeter weniger als noch am Vortag. Zum Vergleich: Das Pretziener Wehr wird geöffnet, sobald der Pegel in Barby 5,92 Meter erreicht. Das ist noch lange nicht erreicht.

Kein Grund zur Sorge

Grund zur Sorge sieht Ronald Günther, Schönebecks Flussbereichsleiter vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW), ebenfalls noch nicht. „Derzeit ist aus den vorliegenden Daten die Entwicklung einer extremen Hochwasserlage nicht abzuleiten“, kommentierte er auf Volksstimme-Nachfrage.

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Und die vielen Schneemassen der letzten Tage? Ja, die seien schon gewaltig. Doch er zieht einen anderen Referenzwert heran – aus der Wintersaison 2010/2011. „Die aktuelle Schneerücklage im Gebiet von Elbe und Saale liegt Stand vorgestern bei weniger als 50 Prozent der maximalen Rücklage aus dem Winter 2010/2011“, erläutert der Fachmann. Dies könne als Vergleichswert herangezogen werden. Das daraus resultierende Hochwasser 2011 hatte einen maximalen Stand von circa 6,50 Meter am so wichtigen Pegel in Barby. Das Pretziener Wehr war zu diesem Zeitpunkt geöffnet.

Gute Vorbereitung in Schönebeck

Dies sei, so Günter, aber nur eine Momentaufnahme. „Wie sich die Wasserstände in Elbe und Saale letztendlich entwickeln hängt von der weiteren Wetterlage ab. Ein schnelles Abtauen kann dabei zu höheren Wasserständen in den Flüssen führen.“ Der Zeitraum einer gesicherten Vorhersage sei allerdings begrenzt.

In Schönebeck und der Umgebung sei man allerdings gut auf eventuelles Hochwasser vorbereitet. „Alle 2020 im Bau befindlichen Maßnahmen sind abgeschlossen“, sagt der Flussbereichsleiter. Dennoch seien die Arbeiten an den Hochwasserschutzanlagen noch nicht komplett beendet. „Am Cokturhof stehen beispielsweise noch Maßnahmen aus.“ Doch diese könnten im Falle eines Falles mit mobilen Einheiten – sprich Sandsäcken – gelöst werden. Ähnlich verhält es sich auch zwischen dem Burgwall und Kleiner Steinklump. Der Bereich schließt unter anderem dem Yachthafen ein. Ein kleiner Deichabschnitt ist in Plötzky ebenfalls noch nicht modernisiert. Insgesamt, sagt Günther, „haben sich diese Abschnitte allerdgings deutlich verringert“. Deshalb blickt er zunächst optimistisch auf die anstehenden Wochen.

Die aktuellen Pegelstände können interessierte Bürger entweder über die Anwendung „Meine Pegel“ auf dem Mobiltelefon oder aber auf der Internetseite des LHW unter hochwasservorhersage.sachsen-anhalt.de rufen.