Calbe l Nach dem jüngsten großen Hochwasser der Saale vor fünf Jahren war das Saalewehr in Calbe in die Schadensklasse vier eingestuft worden. Die höchste Klasse signalisierte einen dringenden Sanierungsbedarf. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes hat in den vergangenen Monaten rund 2,8 Millionen Euro investiert, um das Saalewehr in Calbe auf den aktuellen technischen Stand zu bringen. Die damaligen Erbauer hatten das Wehr auf einer hölzernen Konstruktion errichtet. Sorgen machten sich die Fachleute darüber, dass die Holzkonstruktion unterspült werden könnte. Zumindest hätte sie regelmäßig instand gesetzt werden müssen. Deshalb entscheiden sich die Fachleute dazu, eine Grundinstandsetzung durchzuführen und die Wehr auf einem Betonfundament sicherer vor neuen Fluten zu machen. „Im Zuge der Grundinstandsetzung wurde nun eine durchgehende Stahlbetonkonstruktion hergestellt, die im Ober- und Unterwasser jeweils durch eine Stahlspundwand begrenzt wird.

Während die oberwasserseitigen Spundwände vom schwimmenden Gerät (Ponton) aus eingebracht wurden, erfolgte das Einbringen der unterwasserseitigen Spundwände und die Andienung der Baustelle über einen Fahrdamm im Unterwasser. Bauzeitlich dienten diese Spundwände als Baugrubenspundwände, in deren Schutz die Wehrkrone und der Wehrrücken des Bestandswehres in Abschnitten abgebrochen und neu betoniert wurde“, teilte die Stadtverwaltung jetzt mit. In den jahrelangen Bauarbeiten wurde jede Menge Material bewegt. Zum Einsatz kamen demnach 1.800 Kubikmeter Beton, 220 Tonnen Bewehrungsstahl sowie 2.000 Quadratmeter Spundwand. Begonnen hatten die Arbeiten mit dem ersten Rammschlag im August vergangenen Jahres.

Monatelang Niedrigwasser

In den kommenden Wochen wird es noch kleinere Arbeiten auf der Baustelle geben. Das Wehr besteht an der Stelle bereits seit 1870. Die Saale macht hier einen großen Bogen vor der Stadt Calbe und schlängelt sich im weiteren Verlauf weiter durch die Landschaft.

Die vergangenen Monate waren dabei äußerst günstig für die Durchführung der Bauarbeiten. Die Saale hatte wie die Elbe und andere Flüsse ebenso monatelang Niedrigwasser. Die Bauarbeiter mussten sich deshalb keine Sorgen machen, dass ihre Baustelle überflutet werde. Bürgermeister Sven Hause dankte den beteiligten Bauunternehmen und der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung für den Einsatz in seiner Stadt.