Gottesgnaden l Die Bauarbeiten zum neuen Hochwasserschutz in Gottesgnaden werden etwas länger auf sich warten lassen müssen. Das sagte Ronald Günther, der zuständige Flussbereichsleiter des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW). Als Grund nannte er weitere archäologische Untersuchungen auf dem Baufeld an der Saale. Nach einem ersten Einsatz wollten die Archäologen ihren Aufenthalt verlängern, kündigte er an. Das LHW als Bauherr werde die Kosten dafür entsprechend übernehmen, sagte er weiter.

Etwas Sorgen mache den Fachleuten zudem eine ehemalige Deponie am Ortsrand. Auf dem Gelände soll ebenfalls ein Hochwasserschutz entstehen. Nur ist der Untergrund mit der Vorgeschichte nicht entsprechend stabil. Deshalb werde das LHW auf die neuen Erkenntnisse mit neuen Planungen reagieren müssen, kündigte er an.

Platzsparend bauen

Bislang gibt es auf der Saaleinsel Gottesgnaden keinen Hochwasserschutz. Viel Platz gibt es auf der Insel für große Deiche ebenso nicht. Deshalb ist das LHW hier gezwungen, platzsparend zu bauen. Das geht vor allem mit Spundwänden. Sie werden in den Boden getrieben und bilden einen wasserdichten Schutz, sollte die Saale wieder ein Jahrhunderthochwasser führen. Die Bauarbeiten dazu haben bereits im vergangenen Jahr begonnen. Das Baufeld wurde bereits beräumt. Außerdem hatte das LHW schon den Kampfmittelräumdienst vor Ort, um Blindgänger zu finden, die möglicherweise noch im Boden liegen.

Nun sind die Archäologen nochmal an der Reihe. Das Interesse an dem Ort kommt kaum überraschend. Gottesgnaden hat eine lange Geschichte. Lange gab es hier ein Kloster, welches weit über die Ortsgrenzen hinaus ausstrahlte. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde das Kloster auf der Insel gegründet und verlieh dem Ort den Namen. Ende des 17. Jahrhunderts erfolgte der Abriss vieler Gebäude des Klosters. Mit den Steinen wurde unter anderem die Schleuse damals gebaut. Noch heute finden sich große Steine in der Saale, die vom ehemaligen Kloster stammen.

Neue Einblicke

Die Bauarbeiten am Saale-ufer gibt den Archäologen die Möglichkeit, einmal tiefer im Boden nach Hinweisen zu einer vielleicht schon früher vorhandenen Besiedlung an dem Fluss zu forschen. Das könnte neue Einblicke in die Besiedlung der Insel geben und die Heimatgeschichte um weitere Details bereichern.