Nach dem Hochwasser trat Schimmel im Keller des Schulhortes auf / Stadt versichert: Handwerker rücken jetzt an

Hortraum soll Mitte November wieder nutzbar sein

Von Thomas Linßner

94 Kinder des Barbyer Schulhorts müssen noch immer mit einem Provisorium leben. Ein Umkleideraum im Keller kann nicht genutzt werden, weil nach dem Hochwasser die Wände schimmelten.

Barby l Nachmittags gleicht das moderne Foyer der Grundschule "Am Prinzeßchen" einem chaotischen Kinderzimmer. Es sieht aus wie bei "Hempels unterm Sofa".

Was aber weder am mangelnden Ordnungssinn des Nachwuchses liegt, noch am Versagen der Erzieher.

Schuld ist der Schimmelpilz.

"Nach dem Unterricht legen die Kinder hier ihre Mappen ab", zeigt Remo Kannegießer auf eilig hingestellte Regale, die aber nur begrenzte Kapazitäten aufweisen. Weil der von Glas und Metall dominierte Raum keine Hakenleisten zulässt, liegen die Jacken auf einem Haufen, als wäre die Kleidersammlung im Anmarsch. Ein imposanter Textilhügel, sind doch 94 Schüler im Hort angemeldet.

"Eine unbefriedigende Situation, worüber sich auch schon einige Eltern beschwert haben", gesteht Kannegießer, der Geschäftsführer des Hort-Trägers "Nestwärme" ist.

Der Grund liegt im Hochwasser begründet. Wie auch die benachbarte Sporthalle standen die Kellerräume des Hortes unter Wasser, wo sich zwei Umkleideräume befinden. Obwohl Luftentfeuchter in Dauerlast liefen, machte sich hier der Schimmelpilz breit.

Das geschah laut Remo Kannegießer allerdings nur in einem Raum. Daran hatte eine Brandschutztür erheblichen Anteil, die den Raum nahezu hermetisch verschließt. Das sei Vorschrift, erklärt der Geschäftsführer. Weil das einzige Fester des Raumes keine Sicherheitsgitter hat, war seine Öffnung nur auf die Hortzeiten beschränkt. "Alles optimale Voraussetzungen für den Schimmelpilz", meint Remo Kannegießer.

"Ich gehe davon aus, dass der Raum Mitte November wieder genutzt werden kann", stellte Bauamtsleiter Holger Goldschmidt am Mittwoch bei einer Begehung in Aussicht. Das Hortgebäude wie auch Sporthalle und Schule gehören der Kommune. Sie ist auch für die Instandhaltung zuständig. Wie Goldschmidt sagte, sei eine Firma mit der Sanierung beauftragt worden. In der kommenden Woche soll es los gehen.

Dennoch steht für die Zukunft die Frage nach der ausreichenden Belüftung. "Wir müssen unbedingt versuchen", zeigt Kannegießer auf das Kellerfenster, "dass da Gitter vor kommen." Denn Schimmelpilze werden erst dann zu einem Problem, wenn bestimmte begünstigende Faktoren zusammentreffen, sie sich vermehren und zu einem Befall führen. Schimmelpilze können überall dort wachsen, wo ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist. Es genügt meist schon eine relative Luftfeuchtigkeit von 70 bis 80 Prozent an der Oberfläche des Materials, damit dort ein Schimmelpilzbefall auftreten kann.

Wichtig: Ein erneuter Befall lässt sich nur vermeiden, wenn gleichzeitig die vorhandene Feuchtigkeit dauerhaft beseitigt wird. Grundsätzlich unumstritten und lange bekannt ist, dass Schimmelpilze in Wohnräumen Auswirkungen auf die Gesundheit haben.