Schönebeck l „Das sind uns die Liebsten“, sagt René Nickel, Leiter des Sachgebietes Ordnungswesen der Stadt, zufrieden und deutet mit einer Kopfbewegung in Richtung eines älteren Herren. Dieser verlässt gerade wieder die grüne Insel zwischen Tischler-, Söker und Salzer Straße inmitten der Kernstadt Schönebecks. Neben ihm läuft ebenso gemächlich sein Hund. Ohne Aufsehen lässt er sich wieder anleinen. Bevor es heim geht, entsorgt sein Herrchen noch eine Tüte mit dem Häufchen seines Vierbeiners im dafür vorgesehenen und als solchen auch markierten Papierkorb. „Genau so soll es sein“, sagt René Nickel sichtlich zufrieden.

Genau so sollen die Hundefreilaufflächen in der Stadt genutzt werden, dafür seien sie angelegt. Und das Angebot werde gut angenommen. Das wissen Nickel und Tim Gaßler, Mitarbeiter im Ordnungsamt der Stadt und für die Umsetzung des Hundegesetzes verantwortlich.

Nicht jede Grünflche geeignet

Die Stadt Schönebeck bietet sieben Flächen, auf denen Hunde frei laufen können – insgesamt 34.845 Quadratmeter. Das Thema sei 2014 aufgekommen, als die Gefahrenabwehrverordnung angepasst worden ist, erläutert René Nickel. Eine Arbeitsgruppe habe sich gebildet und beraten, wo ein Auslauf möglich sein soll. Denn nicht jede Grünfläche würde sich eignen. Sie müssen im städtischen Eigentum und sollten über das Stadtgebiet verteilt sein. „Natürlich gibt es auch immer Flächen, wo es gar keinen Sinn macht, zum Beispiel im Kurpark“, so René Nickel.

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Anfangs seien die Freilaufflächen nur schleppend angenommen worden, erinnern sich die beiden. Weil sich das Angebot noch nicht herumgesprochen hatte. Doch mittlerweile seien sie gut besucht. Von Schönebeckern, vor allem jenen, die in eng bebauten Gebieten wohnen. Aber auch von Touristen, die mit ihren treuen Gefährten gemeinsam den Urlaub verleben. Täglich würde es im Ordnungsamt telefonische Nachfragen geben, wo es denn überall Freilaufflächen gebe, sagt René Nickel. Und derzeit seien es einige Nachfragen mehr, ergänzt Tim Gaßler, und verweist auf die Brut- und Setzzeit der Vögel und des Wildes vom 1. März bis 15. Juli. Damit bestehe in Wald, Feld und Flur Leinenzwang für Hunde und viele Halter würden schauen, wo sie denn dann ihre Vierbeiner frei laufen lassen könnten.

Der Leinenzwang sei auch nicht das Problem in der Stadt, betont René Nickel. Das würden Mitarbeiter des Streifen- und Vollzugsdienstes, die auf Touren darauf achten, immer wieder betonen. Das Problem seien eher die Hinterlassenschaften der Vierbeiner, die die Herrchen und Frauchen einfach liegenlassen statt diese zu entsorgen.

Ohne Leine laufen

Doch zurück zu den Auslaufflächen. Zwar können die Hunde dort frei – also ohne Leine – herumlaufen, doch sie sollten abrufbar sein, sprich auf Worte und Kommandos hören. Erziehung sei das A und O. „Auf der Fläche ist selten nur ein Hund allein unterwegs. Soziale Kontakte unter den Tieren sind ja auch wichtig. Doch wenn der Halter weiß, dass sein Rüde sich nicht mit anderen Rüden versteht oder seine Hündin läufig ist, sollte er einmal mehr das Freilaufenlassen überlegen. Und wer einen Vorfallshund hat, sollte den Beißkorb eben besser drumlassen“, rät René Nickel. Sonst komme es doch zu nicht gewollten Begegnungen.

Der Wunsch nach noch mehr Freilaufflächen sei der Stadtverwaltung nicht bekannt, so der Sachgebietsleiter Ordnungswesen. Dennoch schaue man auch immer wieder, ob sich weitere Areale anbieten. Es müssten ja eh städtische Grünflächen sein, die sowieso gepflegt werden. „Gut, vielleicht gibt es dann einmal mehr eine Mahd, damit der Dackel noch gesehen wird ...“, sagt er augenzwinkernd.

Und was ist, wenn das Areal Tischlerstraße/Söker Straße gestaltet wird – mit Kombibad und geplantem Busbahnhof? René Nickel winkt gelassen ab: „Da gibt es genügend adäquate Ersatzflächen. Wir haben noch unsere Liste mit Vorschlägen aus der Arbeitsgruppe.“