Calbe l Deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt liegt die Honigernteim Jahr 2020 in Sachsen-Anhalt, teilte der Calbenser Imker Frank Kaina mit. Während es im Bundesdurchschnitt nur rund 37,5 Kilogramm Honig waren, lag das Ernteergebnis für die Imker in Sachsen-Anhalt im Durchschnitt um rund zehn Kilogramm höher. Am geringsten fiel die Honigernte in Bayern aus.

Trotzdem gab es auch im Land regional Ausfälle, die vor allem durch die Trockenheit bedingt waren, sagt der Calbenser Imker Frank Kaina. Bereits in den Vorjahren waren die Ergebnisse der Imker regional sehr unterschiedlich. Vor allem bei der letzten Tracht im Jahr, der Linde, zeigte sich dies. 2020 bekamen die Bäume ausreichend Wasser, um Nektar für die Insekten zu produzieren. Deshalb gibt es wieder mehr Lindenhonig.

Nachfrage nach Honig groß

2019 mussten die Imker hier passen. Bei den lokalen Festen in der Saalestadt bieten sie seit Jahren ihren Honig an. Bislang sind die großen Feste ausgefallen. Dennoch sei die Nachfrage nach dem süßen Aufstrich groß. Mit dem Rad fährt Frank Kaina deshalb öfter den Honig selbst in der Stadt aus. Das mache er gern, sagt er.

Seit einigen Jahren ist die Imkerei wieder ein Hobby, welches sich größerer Beliebtheit erfreut. In einigen Regionen wächst die Zahl der Imker wieder. Obwohl kein Imker Mitglied in einem Verein sein muss, um Bienen zu halten, suchen dennoch viele Anfänger den Rat von Erfahrenen. Die Calbenser laden regelmäßig wieder zu ihrem Stammtisch ein. Hier treffen sie sich und tauschen ihre Erfahrungen im Jahr aus. Gern gesehen sind hier auch Menschen, die mit dem Gedanken spielen, selbst Bienen zu halten.

Anfänger unterstützen

Wie alle Imkervereine unterstützen die Imker hier die Anfänger mit Rat, Tat und auch Ausrüstung in den ersten Jahren. Auch wenn nur einige Völker gehalten werden, muss der Imker dennoch eine ganze Reihe von Ausrüstung besitzen, um den Honig zu ernten oder den Bienen regelmäßig bei der Arbeit zuzusehen. Ein Gewinn sind Bienen dabei nicht nur für den Menschen, sondern auch für die Natur. Dennoch profitiert die Landwirtschaft von der Arbeit der kleinen Flieger.

Ohne die Bienen und anderen Insekten, die sich vom Nektar der Blüten ernähren, wären die Erträge in der Landwirtschaft geringer. Für die Bienen ist das Jahr allerdings mit dem Ende der letzten großen Tracht eigentlich schon vorbei. Zwar sind die Bienen noch unterwegs und finden vor allem in den Gärten noch etwas oder an Blühstreifen neben den Feldern gibt es noch ausreichend Nektar.

Vielfalt erhalten und fördern

Um die Vielfalt bei den Insekten zu erhalten und zu fördern lassen es viele Landwirte zudem noch einmal im Herbst kräftig blühen. Auf manchen Feldern recken sich viele gelbe Blüten in den Himmel. Senf wird hier in der Regel angebaut.

Obwohl die Pflanzen keine Senfkörner bis zum Winter mehr bilden können, sorgen die Blüten dennoch dafür, dass die Insekten bis zum Beginn der kalten Jahreszeit noch ausreichend Nahrung finden und den Winter gut überstehen können. In den kommenden Wochen wird es auch für die Imker ruhiger. Die Bienen ziehen sich mit dem kälter werdenden Wetter zunehmend in den Bienenstock zurück und warten hier auf den Frühling.

Die Zahl der Bienen, die im Stock überwintern hat sich im Vergleich zum Frühling und Sommer deutlich reduziert. Erst im Frühling beginnt das streng organisierte Volk damit, wieder zu wachsen. Die Königin legt dann an jedem Tag sehr viele Eier. Damit reagiert sie auf das Nahrungsangebot und vergrößert das Volk, um mehr Nektar zu sammeln.