Schönebeck l Wenn in Schönebeck von einer Modeschau die Rede ist, fallen dem geneigten Modefreund wohl nicht allzu viele Veranstaltungsorte ein, die dafür in Frage kommen. Das Industriemuseum (Imuset) kommt einem aber durchaus in den Sinn, schließlich sind hier schon dreimal große Modenschauen veranstaltet worden. Sie gingen auf die Entwürfe von Heinz Bormann zurück, der als der „Rote Dior“ der DDR gilt, also als der Modemacher zu realsozialistischen Zeiten. Textilien-Produktion hat schließlich auch etwas mit Industrie und Industriegeschichte zu tun. Und nun steht die vierte Modenschau im Hause Imuset an: Am Freitag, 22. Juni, steigt in der neuen Halle des Museums die „Imuset-Fashionshow“, Motto: „Mode im Wandel der Zeit“. Los geht es um 18 Uhr und die Gäste können sich auf eine Zeitreise freuen. Die verspricht Anita Balk, sie gehört zur Frauengruppe Eventmoden des Imuset.

Eine Zeitreise – wohin? „Zuerst in die 1960er und 1970er Jahre, wir präsentieren Modelle von Heinz Bormann. Danach geht es in die Gegenwart und wir zeigen, was man so in den Straßen von Schönebeck trägt“, erläutert Anita Balk. Sie und ihre Mitstreiterinnen Renate Schmidt, Christa Heinemann, Monika Plenikowski und Konstanze Jobs haben Kontakt aufgenommen zu zwei Modegeschäften in der Schönebecker Altstadt, die jeweiligen Betreiber sind am 22. Juni mit von der Partie und präsentieren Herren-, Damen- und Kindermode. Besser gesagt: Sie lassen präsentieren.

Als Models werden unter anderem Schülerinnen der Schönebecker Lerchenfeldschule über den Catwalk gehen, ebenso Models aus Magdeburg, sie gehören zum dortigen Freizeitzentrum Feuerwache. „Und ja, wir geben auch einen Ausblick auf die Zukunft. Den wagen junge Modemacher aus Magdeburg. Die haben sich was einfallen lassen“, macht Anita Balk die Sache mit dem Hinweis auf die Beteiligung der Schule für Mode & Design zusätzlich spannend. Damit die jungen Schönebecker Mädchen eine gute Figur auf dem Laufsteg abgeben, üben sie dieser Tage unter professioneller Anleitung. Am 22. Juni werden zusätzlich ein Stylist und ein Friseur für Chick sorgen und alles wird umrahmt mit Blumen durch eine kreative Floristin. Das verspricht Anita Balk. „Wir denken, das wird eine wunderbar runde Show“, sagt sie im Namen der Imuset-Frauengruppe Eventmode.

Zuschauerpreis

Die Zuschauer können und sollen selbst zur Jury werden und die für sie besten Präsentationen entsprechend voten. „Es gibt auch einen Zuschauerpreis“, stellt Anita Balk in Aussicht. Und was gibt es zu gewinnen? „Das ist noch eine Überraschung. Aber sie hat mit Mode zu tun.“ Überhaupt könne das Publikum mit einigen Überraschungen rechnen. Da die Plätze nummeriert sind, muss niemand besonders früh kommen, um die beste Sicht zu erhaschen. Karten für die Modenschau gibt es ab sofort im Imuset zu den Öffnungszeiten am Sonnabend und Sonntag (14 bis 17 Uhr) sowie in den Modegeschäften Himmelreich und Grunert im Salztor.

Angesprochen dürfen sich alle Generationen fühlen, denn: „Wir zeigen Mode sowohl für das ältere, als auch für das mittelalte und das junge Publikum. Vielleicht finden es ja vor allem Mütter ganz interessant zu sehen, was ihre Kinder so gut finden“, meint Monika Plenikowski. Ihr Ehemann Georg, er ist der Präsident des Vereins Imuset, stellt klar: „Zu sagen, ach, ich war ja schon einmal bei einer Bormann-Modenschau im Industriemuseum, zählt nicht. Etwa 60 bis 70 Prozent von dem, was wir präsentieren, ist neu.“ Anita Balk fügt hinzu: „Wir wollen auch künftig bei den Modenschauen immer wieder etwas anders machen, wollen das Programm wandeln, um zu überraschen.“

 

Imuset-Fashionshow „Mode im Wandel der Zeit“, Freitag, 22. Juni, 18 Uhr, im Imuset, Ernst-Thälmann-Straße