Ranies l Nicht weniger als „eine der modernsten Infrastrukturen in ganz Deutschland“ versprach Stadtwerke-Chef Friedrich Husemann den Raniesern bei der Einweihung der neuen Gas- und Glasfaserleitungen. Denn mit der Sanierung der Dorfstraße in den vergangenen beiden Jahren wurden nicht nur Wasser- und Stromleitungen neu verlegt, sondern auch erstmals die Voraussetzungen für neue Gasheizungen und superschnelles Internet gelegt. „Als wir die ersten Pläne vor zwei Jahren in Ranies vorgestellt haben, wurden wir von der guten Resonanz der Bürger regelrecht befeuert“, sagte Friedrich Husemann, Geschäftsführer des kommunalen Unternehmens. Die Kosten der Modernisierung belaufen sich auf 2,3 Millionen Euro.

Superschnelles und zukunftssicheres Internet

Nun können die Ranieser mit verhältnismäßig günstigem und umweltfreundlichem Gas heizen. Auch das Nutzung des Internets soll in der Ortschaft dank modernster Technik zukunftssicher sein. „Die Leistungsfähigkeit von Glasfaserkabeln ist praktisch unbegrenzt“, erklärte Guido Nienhaus, Geschäftsführer des Internet-Anbieter MDCC aus Magdeburg. Durch Glasfaserkabel werden Download-Geschwindigkeiten von weit über 200 Megabit pro Sekunde möglich. Und das ohne irgendwelche Schwankungen. Und in der Zukunft soll die Leitung immer weiter steigerbar sein.

„Die Stadtwerke Schönebeck verlegen die Glasfaserkabel selbst, weil wir einen guten Internetanschluss als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge verstehen“, sagte Geschäftsführer Husemann. Was nicht ganz selbstverständlich ist, weil der Netzausbau in so manchen Kommunen privaten Unternehmen überlassen wird. Was immer wieder auch dazu führt, dass abgelegen Ortsteile auch abgehängt bleiben. Durch die Straßensanierung wurde aber die Verlegung der neuen Glasfaserkabel in Ranies möglich. Weiterer Grund für das Engagement der Stadtwerke im Internet: „Wir wollen mit unserem Netz natürlich auch Geld verdienen“, so Husemann.

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Arbeiten ohne Fördermittel

Worauf man bei den Stadtwerken besonders stolz ist: Der Bau ist ohne Fördermittel zustande gekommen. Das freute auch Thomas Wünsch, Staatssekretär im Magdeburger Wirtschaftsministerium. „Der Netzausbau soll schließlich im freien Wettbewerb vorangetrieben werden“, sagte er bei der Einweihungsfeier am Donnerstag am Ranieser Gerätehaus, zu der auch die Bürger eingeladen waren.

Die neuen Glasfaserkabel verlaufen bisher unter der sanierten Straße. Wenn die Ranieser einen entsprechenden Anschluss bestellen, werden die Kabel bis zu ihrem Haus gelegt. Dafür muss der Garten allerdings nicht aufgegraben werden. Stattdessen wird das Kabel mit einer Art kleinen Rakete durch das Erdreich bis zum Haus getrieben.

Wobei die Ranieser nicht unbedingt zum Internet-Anbieter MDCC, dem Partnerunternehmen der Stadtwerke, wechseln müssen. Auch der bisherige Anbieter kann die neuen Glasfaserkabel nutzen, nachdem der neue Anschluss verlegt wurde. Bestellt werden kann die neue Verbindung ab sofort. Geliefert wird dann voraussichtlich ab Dezember.

Nachdem Ranies nun der erste Ortsteil mit der schnellen Internetverbindung ist, soll das Glasfasernetz in Schönebeck in den kommenden Jahren immer weiter ausgebaut werden. „Wir wollen bis 2023 rund 70 Prozent aller Haushalte in der Stadt erreichen“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Friedrich Husemann. Bisher gibt es die Glasfaserkabel nur an einigen ausgewählten Stellen in Schönebeck. So sollen einige große Unternehmen bereits eine Bandbreite von mehr als 1000 Megabit pro Sekunde nutzen können.