Plötzky l Ganz am Ende der Waldstraße liegt der Fußballplatz in Plötzky. Das Tor ist versperrt. In den heruntergekommenen Umkleidekabinen sind Wasser und Strom abgestellt, inzwischen verstauben dort einige Fußbälle und andere Sportgeräte. Fußball wird im Stadion schon seit mindestens zwei Jahren nicht mehr gespielt. Damals wurde der SV Eintracht 62 aufgelöst. Wegen Misswirtschaft, heißt es. Im Sommer nutzen nur noch die Schüler der Grundschule Plötzky die Laufbahn am Rande des Fußballplatzes. Gelegentlich sorgt der Bauhof auf dem städtischen Gelände für Ordnung.

Doch in Plötzky geht die Sorge um, dass die Stadt Schönebeck aufgrund ihres Sparkurses auch das irgendwann nicht mehr leisten wird und das Areal als Bauland verkauft werden könnte. Und so gründet sich derzeit in der Ortschaft eine Initiative, die das Stadion wiederbeleben möchte.

„Wir wollen den Sportplatz auf jeden Fall für unsere Kinder und den Ort erhalten“, sagt Melanie Hofer. Die 41-jährige Mutter gehört zu den acht Gründungsmitgliedern einer Interessengemeinschaft, die sich die Rettung des Sportplatzes auf die Fahnen geschrieben hat. „Wir brauchen unbedingt einen Platz in Plötzky, an dem unsere Kinder sich bewegen können.“ Im Winter findet der Schulsport bereits in der Turnhalle in Pretzien statt.

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Alter Sportplatz wird neuer Treffpunkt

Der wiederbelebte Sportplatz soll aber nicht nur für die Kinder da sein. „Wir wollen auch wieder einen neuen Treffpunkt für die Bürger in Plötzky schaffen“, sagt Ortsbürgermeister Martin Kütz, der sich der Initiative angeschlossen hat. „Wir haben bereits ein paar Ideen, was wir dort veranstalten können“, sagt er. Denkbar wäre es etwa, einen Bouleplatz auf dem Gelände einzurichten. Auch Vereine könnten das Areal nutzen. Ein neuer Fußballverein ist allerdings derzeit nicht geplant. Der Platz ist inzwischen auch zu uneben, um dort offizielle Spiele auszutragen.

Stattdessen ist die Initiative gerade selbst dabei, einen Verein als Rechtsform zu gründen. Nur so kann ein Nutzungsvertrag mit der Stadt Schönebeck für das Gelände abgeschlossen werden. Auch die Annahme von Spenden wird dadurch erleichtert, weil ein Verein entsprechende Quittungen ausstellen kann. „Es dauert aber wohl noch ein paar Monate, bis die Vereinsgründung abgeschlossen ist“, sagt Ortsbürgermeister Martin Kütz.

Einen Namen hat der Verein noch nicht. Vielleicht wird es ein Heimat- oder Kulturverein. Auch der Name „Bürgerparkplatz“ wurde in der Vergangenheit bereits für das Projekt diskutiert.

Plötzkyer für Idee begeistern

In einem ersten Schritt wollen die Gründungsmitglieder weitere Mitstreiter für ihre Ideen begeistern, den Sportplatz in Plötzky zu erhalten. „Gerade für viele ältere hängt auch viel Herzblut an dem Platz, weil sie ihn vor mehr als 50 Jahren selbst errichtet haben“, sagt Ortsbürgermeister Kütz. Nun ist auch die jünger Generation gefragt. Im Laufe des kommenden Jahres soll schließlich damit begonnen werden, die Umkleidekabinen aufzuräumen und auf dem Platz für Ordnung zu sorgen.