Calbe l Ernst-Günther Kreuch war dann doch etwas enttäuscht. Die Informationsveranstaltung der Initiative „Gemeinschaftshaus für Calbe“, am Dienstagabend in der Kita Regenbogen in Calbe war nicht so gut besucht, wie es sich der Vertretungsberechtigter der Initiative, gewünscht hätte. Daraus machte er vor den etwa 15 Besuchern auch kein Hehl. „Eigentlich müssten hier hunderte Bürger sitzen, doch leider sind es weniger“, sagt Kreuch. Er bezog sich auf die Unterschriftensammlung im Februar für einen Einwohnerantrag der Initiative. Den Antrag, der sich gegen die Zustimmung des Stadtrates zum Abriss des Kornspeichers (ehemalige Pestalozzischule) richtet, hatten über 400 Bürger mit ihrer Unterschrift unterstützt.

Und zumindest die Unterschriftensammlung sei auch durchaus als Erfolg zu betrachten, so Kreuch. „Innerhalb von zwei Wochen so viele Menschen von unserem Vorhaben zu überzeugen, das ist eine Leistung“, sagt der Vertretungsberechtigte der Initiative.

Vorhaben im Stadtrat präsentieren

Schließlich hätten sie so erreicht, dass sich der Stadtrat bei seiner Sitzung am 28. März erneut mit dem Thema auseinandersetzen muss, sofern die Zulässigkeit des Antrages im Stadtrat anerkannt wird. Zudem haben die Mitglieder der Initiative die Möglichkeit ihr Vorhaben und ihre Konzepte dem Stadtrat zu präsentieren.

Und an Ideen mangelt es der Initiative schon mal nicht. Auf ihrer Website präsentieren sie vier davon. Zum Beispiel wäre ein barrierefreier Bürgersaal denkbar, der für zahlreiche Zwecke genutzt werden könnte. „Der Naturschutzbund könnte dort Seminare veranstalten, die Heimatstube oder Künstler könnten dort Ausstellungen durchführen, Bands könnten Räume zum Proben haben. Vereine und Bürger hätten einen Ort, an dem sie zusammenkommen können“, zählt Carola Schmidt von der Initiative einige Beispiele auf.

Zudem wäre der Kornspeicher eine geeignete Lokalität für verschiedene festliche Veranstaltungen, so Schmidt.

Aktive Beteiligung benötigt

Ein anderes Konzept, das die Intitiative vorstellt ist eine soge­nannte Makerspace Schule („Schule für Macher“). Damit sind bastelnde und tüftelnde Tätigkei­ten, zum Beispiel mit künst­lerischem oder technischem Hintergrund, gemeint. Und auch das angrenzende Friedrich-Schiller-Gymnasiums könne man mit einbeziehen. In den Räumlichkeiten des ehemaligen Kornspeicher wäre ausreichend Platz für Arbeitsgemeinschaften oder Kurse, so die Initiative „Gemeinschaftshaus für Calbe“.

Darüber hinaus können sich die Initiativ-Mitglieder den ehemaligen Kornspeicher auch gut als „Urbane Bildungslandschaft“ und als „Energiespeicher“ vorstellen.

Doch Ideen alleine reichen nicht. Henry Alex und Ernst-Günther Kreuch betonen, dass die Intitiative eine „breite Basis“ und „aktive Unterstützer“benötigt. Vor allem bei der Stadtratsitzung am 28. März, wenn erneut über den Abriss entschieden wird, hoffen die Mitglieder der Initiative auf zahlreiche Bürger, die an der Sitzung teilnehmen. „Es würde uns mächtig stärken, wenn alle kommen, die uns auch bei der Unterschriftensammlung unterstützt haben“, sagt Ernst-Günther Kreuch.