Schönebeck | Der sanierte Schönebecker Marktplatz kann sich sehen lassen. Das mutige Verkehrskonzept, das alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt, ist preisgekrönt. Und doch sorgt der Platz in der Innenstadt des Öfteren für Diskussionen. Was den Händlern vor Ort immer wieder sauer aufstößt, ist etwa das Fehlen einer Busverbindung mit Haltestelle am Markt. Damit könnte die Anreise für Kunden und Besucher erleichtert werden, die kein eigenes Auto haben oder es für einen Kneipenbesuch auch mal stellen lassen möchten.

Einkaufen mit dem Taxi

So ärgert sich etwa Peter Volz über die schlechte Anbindung des Marktes an den öffentlichen Nahverkehrs. „Bei den Planungen für die Marktsanierung war ursprünglich eine Bushaltestelle geplant. Doch die wurde nie gebaut“, sagt der Inhaber des Modegeschäftes Volz und Volz. Gerade der Breiteweg, an dem sein Laden liegt, würde sich für eine Haltestelle gut eignen. „Direkt gegenüber liegt das Ärztehaus. Denn ältere Leute ohne Auto müssen sich häufig mit dem Taxi oder von Verwandten dorthin fahren lassen, weil es keinen Bus gibt“, kritisiert er. Zudem verspricht er sich von einer besseren Busanbindung auch mehr Kundschaft.

Unzufrieden ist auch Elke Kromnik vom Haus der Geschenke. „Der jetzige Zustand ist einfach schlecht. Wir brauchen dringend eine Bushaltestelle am Markt“, sagt Elke Kromnik. „Wir haben viel ältere Kundschaft. Teilweise muss ich den Leuten nach ihrem Einkauf ein Taxi rufen.“

Und Petra Wolff vom Eiscafé am Markt gibt zu bedenken: „Es kommen noch zwei weitere Ärzte in die Innenstadt. Deswegen wäre eine Haltestellt wirklich sinnvoll.“ Auch ihre Gäste müssen gelegentlich mit dem Taxi nach Hause fahren, weil es keine andere Möglichkeit gibt.

In der Vergangenheit waren die Händler bereits bei der Schönebecker Stadtverwaltung wegen einer neuen Busverbindung in der Innenstadt vorstellig. Passiert ist bisher noch nichts. Auf Anfrage teilt ein Sprecher der Stadt Schönebeck mit, dass der Busverkehr bei der Neukonzipierung des Marktplatzes aus der Innenstadt herausgehalten wurde, um weitere Abgase in der Innenstadt zu verhindern. Denn am Markt soll auch Freiluft- gastronomie angeboten werden. Eine Bürgerbefragung habe allerdings ergeben, dass sich die Schönebecker eine Busanbindung für den Marktplatz wünschen. Die Stadtverwaltung führe daher bereits Gespräche mit dem Kreis und den Verkehrsbetrieben, um eine Lösung zu finden.

Bürger wollen mit dem Bus in die Stadt f

Die Umfrage per Postwurfsendung hatte der Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) Salzlandkreis in Auftrag gegeben. „Dabei ist deutlich geworden, dass unser Liniennetz nicht dem Bedarf der Schönebecker entspricht und teilweise auch zu kompliziert ist“, räumte der zuständige Verkehrsplaner der KVG, Bill Bank, ein. Das aktuelle Streckennetz sei zu sehr darauf ausgelegt, die Bahnhöfe in Schönebeck miteinander zu verbinden. „Für die Bürger ist es aber wichtiger, mit dem Bus zum Einkaufen und in die Innenstadt fahren zu können“, sagte der KVG-Mitarbeit.

Allerdings sei es nicht so leicht, die Routen zu verändern. Dazu seien zahlreiche Verhandlungen, Planungen und Genehmigung notwendig. „Wir führen intensive Gespräche mit der Stadt und dem Land. Das geht aber nicht von heute auf morgen“, sagte der KVG-Mitarbeiter. So habe etwa die Nahverkehrsgesellschaft des Landes (Nasa) ein starkes Interesse an den Busanbindungen der Bahnhöfe.

Grundsätzlich halte aber auch die KVG eine Bushaltestelle in der Nähe des Schönebecker Marktplatzes für sinnvoll. Denkbar wäre tatsächlich eine Station im Bereich Breiteweg. Auch direkt über den Markt könnten die Busse prinzipiell fahren.

Auf einen konkreten Zeitplan möchte sich die KVG dabei allerdings noch nicht festlegen. Zumal Bill Bank die Änderungen nach eigenen Angaben am liebsten schon längst umgesetzt hätte. Ein guter Zeitpunkt wäre aber beispielsweise die Einführung des neuen Fahrplans am 15. August 2019, sagt der KVG-Mitarbeiter.