Calbe l Die Saalestadt Calbe  ist im digitalen Zeitalter angekommen. Noch im Dezember gingen 28 Hotspots in der Stadt in Betrieb und ermöglichen es den Bürgern, im Internet zu surfen, ohne die eigene Telefonrechnung zu belasten. Im Jahr 2019 hatte die Stadt eine Landesförderung für den Aufbau der dafür notwendigen Infrastruktur erhalten.

Die Kommune hatte bereits vorgearbeitet und die Zugangspunkte mit schnellen Glasfaserleitungen versorgen lassen, um große Bandbreiten anzubieten. Doch wo gibt es nun konkret freies Internet? „Freies öffentliches Wlan finden sie auf dem Marktplatz im Rathaus I, im Bürgersaal und künftigen Belegschafts- und Beratungsraum im Keller des Rathauses I, in Teilen der Schlossstraße vor dem Rathaus II und innerhalb des Rathauses II im Bürgerbüro, vor dem Infopunkt des Jobcenter, im Beratungsraum für Gremien und Vereine sowie innerhalb und außerhalb der Hegersporthalle, am Sozialtrakt des Hegersportheimes und natürlich im Schwimmbad Heger“, sagt Bürgermeister Sven Hause.

In den nächsten Wochen sollen noch Schilder aufgebaut werden, um die Bürger auf die Verfügbarkeit des freien Internetzugangs hinzuweisen, sagt der Bürgermeister. Vor dem Rathaus auf dem Marktplatz ist der freie Internetzugang noch nicht einfach zu erkennen. Nur Insider erkennen an den Straßenlampen die angebrachten Router, die die Verbindung zwischen dem Netz und den Mobilgeräten herstellen. Rund um die Uhr ist das Netz nicht verfügbar. Zwischen 7 und 22 Uhr ist das freie Netz für jedermann nutzbar, teilt der Bürgermeister mit. „So sollen missbräuchliche Nutzungen als auch ruhestörender Lärm im Stadtzentrum und an den anderen Hotspots vermieden werden. Hierbei handelt es sich vorerst um eine Testphase“, lässt er wissen.

Erfahrungen sammeln

Jederzeit könne die Stadt allerdings die Zeiten des öffentlichen Zugangs verändern. Die Kommune wolle in den kommenden Monaten erst einmal Erfahrungen sammeln, sagt der Bürgermeister. Die Hotspots in der Stadt sollen die öffentlichen Einrichtungen nicht nur moderner, sondern ebenso attraktiver machen. Vor allem die jüngere Bevölkerung ist dabei die Zielgruppe. Potenzial hat die Technik allerdings ebenso beim Tourismus, den die Stadt ankurbeln will, indem sie den Saaleradweg künftig durch die Stadt legen will. Wenn dann die Radfahrer am Rathaus vorbeikommen, werden sie auf die Hotspots aufmerksam und können auf dem Markt den Zugang zum Internet nutzen. Für die Kommune ergeben sich hier Möglichkeiten, direkt mit den Sehenswürdigkeiten bei der Zielgruppe zu werben.

Während Calbe für die Anschaffung und Installation der Technik einen Landeszuschuss erhalten hatte, wird der Betrieb nicht bezuschusst. Die Stadtverwaltung rechnet hier mit jährlichen Kosten für die Wartung der Technik sowie die Kosten für die Nutzung der Datenleitungen mit rund 5.500 Euro. Für einen großen Teil dieser jährlichen Kosten sei es ihm gelungen, einen Sponsoren gefunden zu haben, sagte Sven Hause. Damit wird der kommunale Haushalt nur zu einem kleinen Teil mit den Ausgaben belastet.