Löderburg l Kein Sonderpreis mehr für den schnellen Internetanschluss in Löderburg - das „Schnäppchen-Angebot“ von 100 Euro gilt nicht mehr.

Hintergrund: Als der staatlich geförderte Breitbandausbau im Salzlandkreis 2018 begann, sollte fast der ganze Orstkern von Löderburg außen vor bleiben, was zu massiven Beschwerden im Ort führte. Die Anwohner forderten, mit ans schnelle Glasfasernetz angeschlossen zu werden. Die GlasCom Salzlandkreis, Tochterfirma der Erdgas Mittelsachsen EMS, sollte eigentlich nur die geförderten Randbereiche von Löderburg ausbauen, versprach aber „auf eigene Faust“ in den weiteren Bereichen der Ortes aktiv zu werden, wenn sich genug neue Kunden finden. Diese sollten sich bis September 2019 melden und konnten vom „Schnäppchen-Angebot“ von 100 Euro für den Hausanschluss profitieren.

Knapp 600 Euro

Alle, die sich danach und bis heute ebenso für den schnellen Anschluss der GlasCom entscheiden, zahlen wieder 595 Euro brutto, wie die GlasCom auf Nachfrage bestätigt. „Dabei handelt es sich um einen Sonderpreis, der im Vergleich zum Wettbewerb deutlich günstiger ist“, so Sprecher Frank Sieweck für die GlasCom.

Er erklärt weiterhin: „Die im Vorfeld und bis zum Stichtag, ebenso in den geförderten Gebieten, gültigen 100 Euro waren ein Angebots-Preis. Dieser war zeitlich begrenzt. Auch gegenüber denen, die sich bis zum 30. September, für einen Anschluss entschieden haben und so eine Erschließung überhaupt erst ermöglichten, ist es ein Gebot der Fairness, jetzt zu unserer Aussagen zu stehen, dass für Nachzügler andere Preise gelten.“

Dass sich das Ganze für die Firma noch mehr lohnt, wenn sich noch mehr Kunden auch später anschließen lassen, hat also nur Vorteile für die kurz entschlossenen Kunden?

EMS und GlasCom entscheiden

Die GlasCom antwortet: Der Stichtag 30. September wurde von der EMS als Investor für den Tief- und Leitungsbau, und der GlasCom Salzlandkreis gesetzt, damit die Firmen entscheiden konnten, ob sie bestimmte Bereiche ans schnelle Internet anschließen oder nicht. „Der Angebotspreis sollte dabei helfen, die notwendige Kundenzahl zu erreichen“, so Frank Sieweck. Dabei werde nicht der Bau von Glasfaser-Hausanschlüssen gefördert, sondern nur der „Backbone“-Leitungsbau, sprich die Leitungsnetze durch die Straßen.

Die GlasCom hatte beim Extra-Ausbau je einzeln für bestimme Bereiche („Cluster“) im Dorf – die leitungsmäßig verbunden werden können – Entscheidungen getroffen, ob sie dort schnelles Internet verlegt oder nicht. Für zwei Bereiche hatten sich so viele Kunden gemeldet, dass es sich für die GlasCom lohnte.

Die zwei Bereiche sind das „Cluster 3“: Gänsefurther, Dr.-Wilhelm-Külz-, Karl-Marx-Straße, Friedrich-Wolf-Siedlung, Martha-Brautzsch-Straße, Mühlenstraße und Staßfurter Straße. Sowie das „Cluster 1“: Langestraße, Karlstraße, Hermann-Kasten-Straße, Neue Straße und Friedensstraße. Außerdem wird der Randbereich des Dorfes ausgebaut – dort gibt es Fördermittel und der Anschlusspreis für das Haus ist immer niedrig.

Nicht genug Interessenten am Kirchplatz

Für das „Cluster 2“ um den Bereich Kirchplatz in Löderburg hat sich laut Sprecher Frank Sieweck übrigens ergeben: „Hier ist ein eigenwirtschaftlicher Breitbandausbau auf Grund der baulichen Gegebenheiten und der sehr geringen Anzahl an zu erschließenden Objekten nur zu einem deutlich höheren Preis realisierbar.“ Da das Interesse der Anlieger unter diesen Bedingungen bisher nicht vorhanden war, sieht die GlasCom dort kein Glasfasernetz vor. „Eine Ausbau-Option für die Zukunft besteht natürlich weiter. Das gilt auch für künftige Verdichtungsmaßnahmen in geförderten wie auch in ungeförderten Bereichen.“

Sicher ist, dass Anwohner der Cluster 1 und 3, die bis September einen Breitband-Hausanschlussvertrag unterzeichnet haben, den Anschluss für 100 Euro brutto bekommen.