Volksstimme: Wie lautet ihr Fazit für den Solepark für 2018?
Sibylle Schulz:
Das vergangene Jahr ist insgesamt gut verlaufen. Wir konnten alle erforderlichen Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen im Solequell-Bad und im Kurpark erledigen. Am Gradierwerk haben wir 26 der rund 80 Hauptstreben ausgetauscht und 100 Quadratmeter Schwarzdorn erneuert. Besonders freuen wir uns, dass wir das Schlagwerk am Uhrenturm auf dem Gradierwerk mit der Hilfe von Sponsoren reparieren konnten.

Worauf hätten Sie verzichten können?
Leider haben wir immer wieder mit Graffitischmierereien und Vandalismus im Kurpark zu kämpfen. Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis, denn wer so etwas macht, handelt im Prinzip gegen seine eigene Stadt.

Wie waren Sie mit den Veranstaltungen im Kurpark zufrieden?
Vor allem das Lichterfest und die kulinarische Nacht im Kurpark waren sehr gut besucht. Auch die Kurkonzerte wurden sehr gut angenommen. Wir sind hier als staatlich anerkanntes Heilbad auch geforderten Standards verpflichtet, wie dem Vorhalten von kulturellen Angeboten, der Pflege des Kurparks und der darin befindlichen Gebäude. All das wird es auch in diesem Jahr wieder geben. Eröffnet wird die Open-Air Saison am 30. April wieder mit dem Lichterfest. Neu in unserem Veranstaltungskalender ist, dass wir die Besichtigung der Johanniskirche bereits ab Januar anbieten, weil sie so gut von den Gästen angenommen wird.

Gibt es in diesem Jahr besondere Höhepunkte?
Mitte September werden wir den 20. Geburtstag des Soleparks in Bad Salzelmen feiern. Das soll ein Fest für die ganze Familie werden. Vor dem Hintergrund der knappen Kassen wollen wir einige etablierte Veranstaltungen wie die Kita-Staffel oder das Sommerkino im Kurpark an diesem Wochenende zusammenlegen. Wir planen im Rahmenprogramm auch Konzerte, aber das ist noch nicht spruchreif.

Wie waren 2018 die Besucherzahlen im Solequell?
Wir haben den langen, heißen Sommer zu spüren bekommen. Bei schönem Wetter gehen weniger Leute ins Solequell. Wir hatten rund 180 000 Besucher, das sind etwa 11.000 weniger als im Jahr zuvor. Das macht sich natürlich auch in den Einnahmen bemerkbar. In anderen Thermen Mitteldeutschlands war der Besucherrückgang teilweise zwar noch viel schlimmer, aber leider hilft uns das auch nicht weiter. Wir hoffen daher, dass wir in 2019 wieder mehr Besucher begrüßen können. Auf jeden Fall waren der Dezember 2018 und der Jahresanfang 2019 sehr besucherstark.

Nun wird auch der Solequell in diesem Jahr 20 Jahre alt – in welchem Zustand sind der Solequell und seine Anlagen?
Wir haben teilweise noch Technik aus der Anfangszeit von 1999, die sicher irgendwann erneuert werden muss. Wir planen jedoch gut 70 000 Euro im Jahr für Wartung und Instandsetzung im Solequell. Das reicht, um das Bad zu erhalten. In 2018 wurde die Badehalle farblich neu gestaltet. Wir können aber auch keine großen Sprünge machen und zum Beispiel neue Attraktionen einbauen. Dazu fehlt uns das Geld. Mit Beschluss des Stadtrates dürfen wir nur Rücklagen in Höhe von 200.000 Euro bilden. Damit lassen sich unvorhersehbare Reparaturen und Ersatzbeschaffungen kurzfristig umsetzen, aber keine umfangreichen Investitionen tätigen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft für den Solepark?
Ich hoffe, dass der Solepark auch in 20 Jahren noch für die Gäste und Bürger in Schönebeck da sein kann. Das ist nicht selbstverständlich, weil das auch Geld kostet. Deswegen sind wir auf die finanzielle Unterstützung von der Stadt und von Sponsoren angewiesen. Ich halte diese Aufgabe aber für sehr wichtig, weil der Solepark auch ein Aushängeschild für die Stadt Schönebeck ist.